Prozess um Polizisten-Mord in Brandenburg: Letzte Worte „Wir müssen raus“ vor tödlichem Rammen
Polizisten-Mord in Brandenburg: Letzte Worte vor tödlichem Rammen

Prozess um tödlichen Polizisten-Mord in Brandenburg: Letzte Worte „Wir müssen raus“

Vor dem Landgericht Cottbus hat der Polizeipartner des getöteten Beamten Maximilian Stoppa jetzt die dramatischen Momente geschildert, die dem tödlichen Überfahren vorausgingen. „Wir müssen raus. Wir müssen raus“ – das waren die letzten Worte des 32-jährigen Polizisten aus Dresden, bevor er von einem flüchtenden Autodieb mit einem Škoda erfasst und getötet wurde.

Angeklagter versteckt Gesicht hinter Aktenordner

Angeklagt ist der 27-jährige Pole Dawid K. aus Jelenia Góra. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Verdeckungsabsicht vor. Beim Prozessbeginn versteckte der Angeklagte sein Gesicht hinter einem Aktenordner, während die tragischen Ereignisse des 7. Januar 2025 in Südbrandenburg verhandelt wurden.

Partner schildert chaotische Szenen nach dem Aufprall

Der Partner des Getöteten berichtete im Zeugenstand von den chaotischen Momenten direkt nach dem Aufprall. Beim Aussteigen verlor er wertvolle Sekunden, als sich seine Dienstwaffe am Gurt verhakte. Genau in diesem Moment rammte der Škoda den Streifenwagen. Die Airbags lösten aus, Scheiben barsten. „Ich wusste erst mal gar nicht, was passiert ist“, sagte der Beamte. Als er um den Wagen herumlief, entdeckte er einen Verletzten, den er zunächst für den Täter hielt.

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Doch es handelte sich um seinen Kollegen Maximilian Stoppa. Der Polizist vermutete zunächst, sein Kollege sei gestolpert und der Wagen ihm über die Gliedmaßen gefahren. Doch dann sah er einen „größeren Blutfleck“ und erkannte: „Ich wusste, dass es wohl was Größeres ist.“ Der 32-Jährige zeigte keine Lebenszeichen mehr.

Videos zeigen rücksichtslose Verfolgungsjagd

Am vierten Verhandlungstag spielte das Gericht Videos der Verfolgungsjagd ab, die das Ausmaß der Rücksichtslosigkeit des Angeklagten dokumentieren. Die Aufnahmen zeigen, wie Dawid K. durch Lauchhammer mit Tempo 100 km/h jagte und auf Landstraßen mit fast 190 km/h raste. Er donnerte über Fußwege und nahm Kreisverkehre in Gegenrichtung.

Ein Beamter, der die Verfolgung aufgenommen hatte, erinnerte sich: „Man dachte, der Mann ist ein Rallyefahrer.“ Ein weiterer Polizist als Zeuge bestätigte: Der 27-Jährige ignorierte jede Verkehrsregel, behielt aber die Kontrolle über sein Auto. „Alle Achtung“, sagte er. „Er konnte mehr als gut fahren.“

Tödlicher Moment beim Ausrollen des Nagelgürtels

Der tödliche Moment ereignete sich, als Polizist Maximilian Stoppa gerade einen Nagelgürtel ausrollen wollte, um die flüchtenden Autodiebe zu stoppen. In diesem Augenblick überholte der Angeklagte und rammte den Beamten. Dawid K. saß im Begleitfahrzeug einer Bande, die zuvor einen Audi und einen Jeep gestohlen hatte.

Die beiden Polizisten waren im Einsatz, um die Autodiebe zu stoppen, als die tödliche Verfolgungsjagd eskalierte. Für den Prozess sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt, in denen die genauen Umstände des Vorfalls weiter aufgeklärt werden sollen.

Gedenken an den getöteten Oberkommissar

Kolleginnen und Kollegen hatten bereits in der Vergangenheit bei einem Trauermarsch an Oberkommissar Maximilian Stoppa gedacht. Der 32-Jährige hinterlässt eine Lücke in der Polizei und bei seinen Angehörigen. Die Verhandlung vor dem Landgericht Cottbus soll nun die vollständigen Umstände des tragischen Vorfalls aufklären und Gerechtigkeit für den getöteten Beamten schaffen.

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