Rechte Hetze im Netz: Brandenburgs Polizei warnt vor zunehmender Radikalisierung
Die Sicherheitsbehörden in Brandenburg schlagen Alarm: Rechte Hetze verbreitet sich im Internet mit besorgniserregender Geschwindigkeit, insbesondere unter jungen Menschen. Polizeipräsident Oliver Stepien betonte in Potsdam, dass sich die politisch motivierte Kriminalität in ihrem Erscheinungsbild wandelt. Straftäter werden jünger, digitaler und gewaltbereiter, so seine Einschätzung. Im Jahr 2025 war ein deutlicher Anstieg der Gewalt von rechts in Brandenburg zu verzeichnen.
Innenminister Redmann zeigt sich besorgt und fordert Maßnahmen
Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) äußerte große Sorge angesichts dieser Entwicklung. Die zunehmende Verrohung, auch bei jungen Menschen, erfüllt ihn mit Besorgnis. „Die politisch motivierte Kriminalität verändert ihr Gesicht“, erklärte er und verwies auf die jüngeren und digital aktiveren Täter. Das Innenministerium plant, der Polizei künftig mehr Ermittlungsbefugnisse zu gewähren, wobei auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen soll. Zudem spricht sich Redmann klar für ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren aus, um der Radikalisierung entgegenzuwirken.
Statistik zur politisch motivierten Kriminalität in Brandenburg
Ein Blick auf die Zahlen offenbart ein gemischtes Bild: Die Gesamtzahl der politisch motivierten Straftaten in Brandenburg sank 2025 um ein Fünftel auf 5.443 Fälle. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf das Superwahljahr 2024 zurückzuführen, in dem es vermehrt zu Sachbeschädigungen, wie der Zerstörung von Wahlplakaten, kam. Dennoch sind zwei Drittel aller Straftaten mit politischem Hintergrund dem rechten Phänomen zuzuordnen. Dabei handelt es sich überwiegend um Propagandadelikte, beispielsweise das Verwenden verbotener Symbole wie Hakenkreuze oder das Zeigen des Hitlergrußes.
Besonders alarmierend ist der Anstieg der rechts motivierten Gewaltstraftaten: Im vergangenen Jahr stieg die Zahl um 32 Fälle, was einem Plus von 28,3 Prozent entspricht, auf insgesamt 145 Gewalttaten. Diese Entwicklung unterstreicht die Dringlichkeit der von der Polizei und dem Innenministerium geforderten Maßnahmen. Die Sicherheitsbehörden betonen, dass die Radikalisierung im digitalen Raum eine ernsthafte Bedrohung für die demokratische Gesellschaft darstellt und verstärkte Anstrengungen erfordert.



