Janett Thiemig blickt im Clara-Zetkin-Park in Wittenberge auf den Boden und findet gleich mehrere Dinge, die dort nicht hingehören: einen Strohhalm, eine Centmünze, Glasscherben und einiges mehr. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes ist mit dem Kleinen oft im Park oder auf dem Spielplatz in der Röhlstraße unterwegs und ärgert sich seit Längerem über Verunreinigungen, insbesondere über Hundehaufen, die nicht entfernt wurden.
Ärger über Hinterlassenschaften
Auch im Park dauert es nicht lange, bis sie auf einem Rasen einen Hundehaufen entdeckt. Während sie den übrigen Müll aufsammelt, lässt sie ihn liegen. „Ich habe schon Kleidungsstücke gefunden, zum Beispiel eine Weste“, erzählt Thiemig im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch Pods von E-Zigaretten werden offenbar gerne weggeworfen. Während die meisten Besucher den Müll nicht weiter beachten, sammelt sie den Unrat häufig auf und bringt ihn zum nächsten Mülleimer.
Vor kurzem hat Thiemig ihr Anliegen auch in der Einwohnersprechstunde im Ordnungsausschuss vorgetragen. „Ich möchte, dass sich etwas ändert – auch zur Landesgartenschau“, sagt die Mutter zweier Kinder. „Das macht doch kein schönes Bild.“ Während ihre 15-jährige Tochter nur noch selten auf den Spielplatz geht, sei ihr zweijähriger Sohn schon öfter in den Müll hineingetreten.
Ordnungsamt sieht keine Zunahme
Das Problem ist im Ordnungsamt Wittenberge bekannt. „Wir haben aktuell keine Zunahme von Verunreinigungen festgestellt“, sagte Stadtsprecher Martin Ferch auf Anfrage. Auf den Spielplätzen komme es jedoch immer mal wieder zu Vermüllung, vor allem nach Wochenenden. „Dann wird der Betriebshof benachrichtigt, der dort aufräumt.“ Die Spielplätze würden darüber hinaus auch regelmäßig nach Bedarf gereinigt, außerdem die Spielgeräte auf Beschädigungen geprüft. Verschmutzungen durch Hundekot sind aber laut Betriebshofleiter Andreas Grieswald eher ein geringes Problem.
„Was wir am häufigsten feststellen, ist illegale Müllablagerung“, so Ferch. Die passiere aber weniger auf Spielplätzen oder in Grünanlagen. „Das kann auch häufiger mal geahndet werden, weil sich anhand der Hinterlassenschaften manchmal feststellen lässt, wer der Verursacher ist.“ Bei Hundekot, der nicht weggeräumt wird, ist das hingegen schwieriger. Dazu müssten Herrchen oder Frauchen auf frischer Tat ertappt werden. Laut Ordnungsamt liegen die Verwarnungsgelder für nicht weggeräumte Hinterlassenschaften von Hunden zwischen 20 und 400 Euro, werden aber nur selten verhängt.
Halter sind zum Wegräumen verpflichtet
Laut André Hirsekorn, Sachgebietsleiter öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr, wird beim ersten Mal zunächst eine mündliche Verwarnung ausgesprochen. Erst im Wiederholungsfall verhänge das Ordnungsamt dann Verwarnungs- oder Bußgelder. Die Stadt weist darauf hin, dass Hundehalter grundsätzlich verpflichtet sind, Hundekot aufzusammeln. Man komme den Bürgern bereits entgegen, indem Hundebeutelspender im Stadtgebiet aufgestellt wurden. „Das ist aber eine freiwillige Leistung, auf die kein Rechtsanspruch besteht“, betont Martin Ferch. Wenn Bürgern eine größere Verschmutzung auf öffentlichen Flächen auffalle, könne diese über den Maerker auf der Internetseite der Stadt oder direkt ans Ordnungsamt gemeldet werden.



