Mord nach 34 Jahren aufgeklärt: Töchter bringen Vater hinter Gitter
Nach mehr als drei Jahrzehnten konnte die Polizei im US-Bundesstaat Washington einen Mordfall aufklären, der seit 1992 ungelöst war. Die entscheidende Rolle spielten dabei die Töchter des Opfers, die nicht locker ließen und die Ermittlungen vorantrieben.
Der tragische Fall von Janice Randle
Im November 1992 wurde Janice Randle tot in ihrem Haus in Graham, Washington, aufgefunden. Ihr Ex-Mann, James Robert Randle, damals 34 Jahre alt, behauptete zunächst, seine geschiedene Frau sei an einer Drogenüberdosis gestorben. Doch die Autopsie ergab ein anderes Bild: Janice Randle hatte keinerlei Rauschgift im Körper, stattdessen wies ihre Leiche Prellungen und eindeutige Anzeichen eines Kampfes auf. Der Tod wurde offiziell als Mord eingestuft.
Obwohl der Verdacht schnell auf den Ex-Mann fiel, reichten die Beweise damals nicht für eine Festnahme aus. Der Fall geriet in Vergessenheit und wurde zu einem sogenannten Cold Case.
Die unermüdlichen Töchter
Mehr als 30 Jahre später nahmen die Töchter des Opfers, Kourtney Lewis und ihre Schwester, das Schicksal ihrer Mutter selbst in die Hand. Zum Zeitpunkt des Mordes waren sie erst 14 Jahre und 1 Jahr alt. Sie beschafften sich die Akten zum Fall und studierten sie genau. „Wir hatten nichts Ermittlungsbezogenes, nur die üblichen Dokumente, wenn jemand stirbt. Und als ich sie dann sah, wusste ich es. Ich wusste genau, was los war“, erklärte Kourtney Lewis in einem Interview mit einem Lokalsender von Fox News.
Mit neuen Erkenntnissen und Details gingen die Schwestern an die Behörden. Ihre Beharrlichkeit zahlte sich aus: Die Ermittler vom Sheriffbüro des Pierce County nahmen den Fall wieder auf.
Die Verhaftung nach Jahrzehnten
Im April 2026, genau 34 Jahre nach dem Mord, verhafteten Beamte James Robert Randle, inzwischen 68 Jahre alt. Aufnahmen von Körperkameras zeigen, wie der mutmaßliche Mörder aus einem Pflegeheim abgeführt wird, in dem er lebte. „Verhaftung? Worum geht es?“, fragte der Verdächtige verwirrt, bevor ihm Handschellen angelegt wurden.
Gegen Randle wird nun wegen Mordes ermittelt. Laut Ermittlern spielten dabei technologische Fortschritte und verbesserte Ermittlungsmethoden eine wichtige Rolle, vermutlich im Zusammenhang mit DNA-Spuren vom Tatort. Zudem hat eine der Töchter ausgesagt, dass ihr Vater ihr gestanden habe, die Mutter mit einem Kissen erstickt zu haben.
Eine Geschichte von Gewalt und Gerechtigkeit
James Robert Randle war bereits vor dem Mord an seiner Ex-Frau wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden und hatte sie wiederholt bedroht. Trotzdem konnte er jahrzehntelang frei herumlaufen. Der mutmaßliche Täter hat inzwischen erklärt, nicht schuldig zu sein. Doch die Beweislage scheint erdrückend.
Dieser Fall zeigt eindrücklich, wie wichtig der Einsatz von Angehörigen und moderne Ermittlungstechniken bei der Aufklärung alter Verbrechen sein können. Für die Töchter von Janice Randle bedeutet die Verhaftung ihres Vaters einen späten, aber wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit für ihre Mutter.



