Kreml weist Vorwürfe zu Nawalnys Vergiftung entschieden zurück
Der Kreml hat Vorwürfe westlicher Politiker zur angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny im Straflager vor zwei Jahren scharf zurückgewiesen. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax, man akzeptiere solche Anschuldigungen nicht und halte sie für voreingenommen sowie unbegründet. Die Reaktion erfolgte auf Äußerungen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU), der am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz Laborergebnisse präsentiert hatte.
Wadephul präsentiert Laborergebnisse zu Nervengift
Laut den von Wadephul bekanntgegebenen Untersuchungsergebnissen soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein. Der Außenminister zeigte sich schockiert und betonte, dass nur der russische Staat über die Mittel und Möglichkeiten verfügt habe, den Oppositionellen auf diese Weise zu vergiften. Julia Nawalnaja, die im Exil lebende Witwe des Politikers, wirft Kremlchef Wladimir Putin persönlich Mord vor und hatte die Laboranalysen gemeinsam mit Wadephul vorgestellt.
Trauernde besuchen Nawalnys Grab trotz widriger Bedingungen
Während die politischen Auseinandersetzungen andauern, gedenken zahlreiche Menschen in Moskau des vor zwei Jahren im Straflager verstorbenen Regierungskritikers. Trotz eines heftigen Schneesturms besuchten bereits am Morgen viele Trauernde, darunter Nawalnys Mutter, das Grab auf dem Borissowskoje-Friedhof in der russischen Hauptstadt. Die russischen Behörden hatten die Leiche trotz dringender Bitten der Familie tagelang nicht herausgegeben, was Befürchtungen nährte, dass mögliche Giftspuren nicht mehr nachweisbar sein könnten.
Russland beharrt auf natürlicher Todesursache
Die offizielle russische Position bleibt unverändert: Die Behörden behaupten weiterhin, Nawalny sei eines natürlichen Todes gestorben. Ungeklärt ist bislang, wie die Gewebeproben des Oppositionellen in den Westen gelangten, die nun Grundlage der neuen Vorwürfe bilden. Die kontroversen Laborergebnisse werfen erneut Fragen zur Transparenz der russischen Justizbehörden auf und belasten das bereits angespannte Verhältnis zwischen Russland und westlichen Staaten.



