Krabbeliger Fund in Regionalbahn: 20 Vogelspinnen vergessen
Ein ungewöhnlicher Vorfall ereignete sich kürzlich in einem Regionalzug in Baden-Württemberg. Eine Frau hatte 20 Vogelspinnen in der Bahn vergessen, was zu einem aufsehenerregenden Fund führte.
Triebfahrzeugführer entdeckt spezielle Fracht
Der Triebfahrzeugführer bemerkte während der Fahrt von Herrenberg nach Tübingen ein verdächtiges Paket. Auf dem Karton war deutlich die Aufschrift „Spinnen und Skorpione“ zu lesen. Umgehend alarmierte er die Bundespolizei, die sich der Sache annahm.
Am Hauptbahnhof Tübingen übernahmen die Beamten die Untersuchung der speziellen Fracht. Der Karton war professionell verpackt und wies alle notwendigen Kennzeichnungen auf.
Inhalt: 20 brasilianische Vogelspinnen
Bei der Öffnung des Pakets kamen 20 Exemplare der brasilianischen Vogelspinne Avicularia geroldi zum Vorschein. Jedes Tier befand sich in einer separaten Transportbox, was auf eine sachgemäße Behandlung schließen ließ.
Alle Spinnen waren bei der Auffindung in einem guten Gesundheitszustand. Die Polizei bestätigte, dass keine der Tiere verletzt oder gestresst wirkte.
Professionelle Dokumentation gefunden
Besonders bemerkenswert war die mitgelieferte Dokumentation. Ein beigefügter Zettel wies die Besitzerin klar aus und bestätigte gleichzeitig die Einhaltung aller artenschutzrechtlichen Vorschriften.
Dies deutet darauf hin, dass es sich bei dem Transport um einen legalen und fachkundig durchgeführten Vorgang handelte – abgesehen vom Vergessen der Fracht.
Besitzerin holt Spinnen ab
Die Bundespolizei konnte die angegebene Besitzerin kontaktieren. Am Donnerstag nach dem Fund erschien die Frau persönlich, um ihre achtbeinigen Schützlinge in Empfang zu nehmen.
Warum sie die wertvolle Fracht im Zug zurückließ, bleibt vorerst ungeklärt. Die Polizei äußerte sich nicht zu möglichen Gründen oder Konsequenzen.
Keine Gefahr für Bahnreisende
Entgegen möglicher Befürchtungen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für andere Fahrgäste. Die Vogelspinnen waren sicher verpackt und konnten nicht entkommen.
Die brasilianische Vogelspinne Avicularia geroldi gilt zwar als größere Art, ist aber für Menschen generell ungefährlich. Ihr Biss ist mit einem Wespenstich vergleichbar.
Der Vorfall zeigt einmal mehr, mit welch ungewöhnlichen Funden die Bundespolizei im Bahnverkehr konfrontiert werden kann. Gleichzeitig unterstreicht er die Bedeutung einer korrekten Dokumentation bei Tiertransporten.



