Ermittlungen gegen königliche Leibwächter: Weggesehen bei Epstein?
An seinem 66. Geburtstag am heutigen Donnerstag erhält Prinz Andrew ein ungewöhnliches „Geschenk“: Die Londoner Polizei hat Ermittlungen gegen seine ehemaligen Leibwächter eingeleitet. Ein früherer leitender Beamter der Metropolitan Police erhebt schwere Vorwürfe gegen die Elite-Einheit, die für den Schutz der Königsfamilie zuständig ist.
Ex-Polizist wirft Sicherheitsteam Vertuschung vor
Der anonym bleibende Ex-Beamte sprach exklusiv mit dem britischen Sender LBC und behauptet, Mitglieder des Royalty and Special Protection Command (RaSP) seien „zu eng“ mit der Royal Family verbunden gewesen. Sein konkreter Vorwurf: Andrews Sicherheitsteam habe den Prinzen mindestens zweimal auf Jeffrey Epsteins Privatinsel Little Saint James in der Karibik begleitet – eine Insel, die unter Einheimischen den Beinamen „Pädophilen-Insel“ trägt.
Unbequeme Fragen zu den Karibik-Reisen
„Was hat Andrews Securityteam auf Epsteins Insel gesehen?“, fragt der Ex-Polizist öffentlich. Er betont: „Es gab Bedenken, dass bestimmte Mitglieder des königlichen Schutzteams bewusst die Augen vor dem verschlossen haben, was auf der Insel vor sich ging.“ Mehrere Frauen hatten zuvor ausgesagt, sie seien auf der Insel als Teenager von Epstein missbraucht worden.
Der Ex-Beamte schildert zudem einen enormen Druck innerhalb der Einheit: „Die Royalty Unit hatte große Angst davor, fragwürdiges Verhalten von Mitgliedern der Königsfamilie zu melden. Es gab Fälle, in denen ein Beamter etwas meldete und am nächsten Tag aus der Einheit entfernt wurde.“
Polizei bestätigt Ermittlungen
Die Metropolitan Police bestätigte gegenüber britischen Medien, dass konkrete Vorwürfe gegen Mitglieder des RaSP-Teams untersucht werden. In einer Stellungnahme zu LBC hieß es: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Verfehlungen von Sicherheitsbeamten festgestellt. Es wurden jedoch erste Ermittlungen zu diesen konkreten Vorwürfen aufgenommen, damit wir den Sachverhalt klären können.“
Andrews Verbindung zu Epstein und die Folgen
Prinz Andrew war lange Jahre mit Jeffrey Epstein befreundet, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden wurde. Epstein unterhielt einen internationalen Missbrauchsring, mit dem er zahlreiche Mädchen und junge Frauen sexuell ausbeutete. Sein bekanntestes Opfer, Virginia Giuffre, gab an, Epstein habe sie dreimal zu sexuellen Handlungen mit Andrew gezwungen.
Im Zuge der Enthüllungen um den Epstein-Skandal verlor Andrew alle royalen Titel. Der Bruder von König Charles III. ist heute nur noch als Andrew Mountbatten-Windsor bekannt. Die aktuell veröffentlichten Epstein-Akten bringen immer neue Verstrickungen des ehemaligen Prinzen ans Licht – so soll er Frauen auch an den Hof geschmuggelt haben, wobei ihm angeblich seine Securitys treu zur Seite standen.
Die Ermittlungen gegen die Leibwächter werfen nun grundlegende Fragen zum Verhältnis zwischen königlichem Schutz und Aufsichtspflicht auf – und ob möglicherweise systematisch weggesehen wurde, um die Königsfamilie zu schützen.



