Drei Tote bei Gas-Unfall in Gerberei: Kollegen starben bei Rettungsversuch
Ein selbstloser Rettungsversuch endete in einer Katastrophe: In einer Lederfabrik in Runkel (Hessen) starben drei Arbeiter, als sie Kollegen aus einer Grube befreien wollten, in der sich giftiges Kohlenmonoxid angesammelt hatte. Der tragische Vorfall ereignete sich in der historischen Gerberei unweit der Lahn und lässt die gesamte Gemeinde fassungslos zurück. Zwei weitere Männer schweben nach dem Unglück weiterhin in Lebensgefahr.
Verzweifelter Einsatz mit tödlichem Ausgang
Nach aktuellen Polizeiangaben verunglückten die Männer im Alter von 38 bis 59 Jahren in einer Grube, in der Abfallstoffe der Gerberei aufgefangen werden. Dort hatte sich vermutlich Kohlenmonoxid angesammelt – ein geruchs- und farbloses Gas, das besonders tückisch wirkt. Ein Mitarbeiter soll in der Grube das Bewusstsein verloren haben, woraufhin seine Kollegen zu seiner Rettung eilten. Feuerwehrleute in speziellen Schutzanzügen bargen die Männer aus der Grube, doch bei drei von ihnen schlugen alle Wiederbelebungsversuche fehl. Ärzte konnten nur noch ihren Tod feststellen.
Bürgermeisterin bricht in Tränen aus
Runkels Bürgermeisterin Antje Hachmann zeigte sich zutiefst erschüttert von dem Unglück, das ihre 9.500-Einwohner-Gemeinde heimgesucht hat. Die parteilose Politikerin, die seit 2025 im Amt ist, brach bei ihrem Besuch an der Unglücksstelle in Tränen aus. „Ich war auf einer Veranstaltung in Bad Homburg und wurde angerufen. Das war das Schlimmste überhaupt“, berichtete Hachmann. „Ich war bis 23 Uhr hier vor Ort. Es ist einfach nur furchtbar. Im Bad hat es mich heute früh zerrissen, ich kannte alle drei Toten mindestens vom Sehen.“
Firmenchef unter den Opfern
Unter den Todesopfern befindet sich nach Informationen auch der Chef der Gerberei, Michael B. Das 200 Jahre alte Unternehmen hatte am Freitag geschlossen, auf der Homepage stand nach der Tragödie der Hinweis: „Wegen Trauerfall geschlossen!“ Vor der Fabrik traf die Bürgermeisterin die Lebensgefährtin des Verstorbenen und nahm sie tröstend in die Arme. „Wir trauern alle sehr stark“, sagte Hachmann. Am Freitagabend wurde bereits ein Gedenkgottesdienst für die Opfer abgehalten, um den Angehörigen Trost und Kraft zu spenden.
Gemeinde in tiefer Trauer
Die Tragödie hat die gesamte Gemeinde Runkel erschüttert. Auf dem Gelände der Gerberei fanden sich trauernde Frauen zusammen, die sich gegenseitig Trost spendeten. Die Lederfabrik, die seit Generationen das wirtschaftliche Leben der Region mitprägt, steht nun im Zeichen der Trauer. Die genaue Ursache des Gas-Unfalls wird derzeit noch untersucht, während die Gemeinde mit den Folgen der Katastrophe kämpft und um die Verstorbenen trauert.



