Ein unverantwortlicher Fahrerwechsel in einem Linienbus in Bamberg hat ein juristisches Nachspiel. Ein Busfahrer der Stadtwerke hatte am vergangenen Freitag einem Passagier erlaubt, den Stadtbus zu lenken. Die Fahrt endete mit einer abrupten Bremsung, bei der mindestens zwei Menschen leichte Verletzungen erlitten.
Ablauf des Zwischenfalls
Der Vorfall ereignete sich nahe dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Bamberg. Mehrere Fahrgäste bemerkten den Fahrerwechsel und sprachen den Busfahrer darauf an. Dieser reagierte jedoch nicht auf die wiederholten Beschwerden. Erst nach einem Bremsmanöver, bei dem einige Fahrgäste stürzten, übernahm der Busfahrer wieder das Steuer. Die Fahrtstrecke mit dem Passagier am Steuer betrug etwa 50 Meter.
Verletzte und Reaktionen
Durch die plötzliche Bremsung erlitten zwei Personen Prellungen. Die Stadtwerke Bamberg zeigten sich schockiert über das Verhalten des Fahrers. Der verantwortliche Busfahrer wurde umgehend vom Dienst freigestellt und muss mit personalrechtlichen Konsequenzen rechnen. Gegen ihn wird nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Auch gegen den eigentlichen Busfahrer wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet, unter anderem nach dem Straßenverkehrsgesetz und dem Strafgesetzbuch.
Hintergrund
Warum der Busfahrer dem Passagier das Lenken erlaubte, ist bislang unklar. Zum Zeitpunkt des Vorfalls befanden sich mindestens 15 Fahrgäste an Bord. Die Polizei stoppte den Bus schließlich im Stadtteil Gartenstadt, nachdem Fahrgäste den Notruf gewählt hatten. Die Ermittlungen dauern an.



