Antisemitischer Angriff auf israelisches Restaurant in München: Fenster zerstört, Pyrotechnik geworfen
In der Nacht zum Donnerstag haben unbekannte Täter ein israelisches Restaurant in der Münchner Maxvorstadt angegriffen und dabei erheblichen Sachschaden verursacht. Die Polizei geht von einem antisemitischen Motiv aus und hat den Staatsschutz eingeschaltet, der für Straftaten mit möglichem politischen Hintergrund zuständig ist. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand, die Täter konnten bisher nicht gefasst werden.
Gewaltsame Beschädigung und pyrotechnische Angriffe
Nach aktuellen Ermittlungen der Polizei wurden die Schaufensterscheiben des Lokals gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen. Der entstandene Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Die Einsatzzentrale der Polizei erhielt gegen 00.45 Uhr einen Anruf wegen drei lauter Knallgeräusche in der Maxvorstadt. Eine Streife stellte vor Ort fest, dass Fensterscheiben des Restaurants an drei Stellen defekt waren.
Restaurantbetreiber fühlte sich bisher sicher in München
Grigori Dratva, Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass der Angriff ohne Vorwarnung erfolgte. „Es gab keine direkten Drohungen“, sagte Dratva. Das Restaurant mit 70 Plätzen wird seit 2007 von seinem Schwager betrieben. „Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt.“ Trotz des Angriffs plant das Restaurant, bereits am Freitag wieder zu öffnen – die beschädigten Scheiben wurden vorerst verklebt. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.“
Dratva vermutet ebenfalls, dass die Täter politisch motiviert waren. „Also wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe“, erklärte er. Die Polizei spricht von politischer Brisanz bei diesem Einsatz.
Starker Anstieg antisemitischer Vorfälle in Bayern
Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) verzeichnet in Bayern einen starken Anstieg antisemitischer Vorfälle seit dem Hamas-Massaker mit mehr als 1.000 getöteten Israelis am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg mit Tausenden zivilen palästinensischen Opfern. Israel steht derzeit auch im Fokus wegen seiner Beteiligung am Krieg gegen den Iran sowie seines Kriegs mit der Hisbollah im Libanon. Erst am Mittwoch hatte die israelische Armee dort schwere Angriffe gegen die Schiiten-Miliz geführt, denen nach libanesischen Angaben auch zahlreiche Zivilisten zum Opfer fielen.
Aber auch unabhängig von den aktuellen Nahost-Konflikten existiert Antisemitismus weiterhin, etwa in rechtsextremen Kreisen. Viele Details zu dem Münchner Vorfall sind noch unklar, die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Der Staatsschutz überprüft alle möglichen Hintergründe und Motive für diesen gezielten Angriff auf ein israelisches Lokal in der bayerischen Landeshauptstadt.



