Koblenz: 81-Jähriger aus Seniorenheim wegen Mordes an US-Studentin von 1994 festgenommen
81-Jähriger wegen Mord an US-Studentin 1994 in Koblenz festgenommen

Koblenz: 81-Jähriger aus Seniorenheim wegen Mordes an US-Studentin von 1994 festgenommen

In einem spektakulären Cold Case hat die Polizei in Koblenz einen mutmaßlichen Mörder nach fast drei Jahrzehnten gefasst. Ein 81-jähriger Mann wurde am Montag aus einem Seniorenheim abgeführt, weil er verdächtigt wird, im Jahr 1994 die amerikanische Studentin Amy Lopez (†24) vergewaltigt und ermordet zu haben. Die Ermittlungen hatten durch moderne forensische Techniken neuen Schwung erhalten.

DNA-Spur an der Hose des Opfers als Schlüsselbeweis

Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler erläuterte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch die entscheidenden Beweise. An der Innenseite der Hose des Opfers wurde im Jahr 2022 eine DNA-Spur des mutmaßlichen Täters entdeckt, dank verbesserter forensischer Methoden. Diese Entdeckung löste eine umfangreiche DNA-Massenanalyse aus, an der sich der Verdächtige später freiwillig mit einer Speichelprobe beteiligte. Dennoch reichte dies zunächst nicht für eine Festnahme aus, sodass die Ermittler weitere Beweise sammeln mussten.

Erst am Montag schlugen die Beamten im Seniorenheim zu und nahmen den 81-Jährigen fest. Der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft und hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft geht von Mordmerkmalen wie Heimtücke und Befriedigung des Geschlechtstriebs aus.

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Tragischer Fund durch spielende Kinder

Die Leiche von Amy Lopez wurde am 26. September 1994 in der Festung Ehrenbreitstein am Rhein von spielenden Kindern entdeckt. Laut Oberstaatsanwalt Mannweiler war das Opfer weitgehend entkleidet und wies schwere Kopfverletzungen, mehrere Messerstiche am Oberkörper sowie Strangulationsmerkmale auf. Die Familie der jungen Frau, die in den USA lebt, wurde über eine Videokonferenz über den Ermittlungserfolg informiert.

Dieser Fall zeigt, wie fortschrittliche forensische Techniken auch Jahrzehnte alte Verbrechen aufklären können. Die Ermittler betonen, dass die freiwillige DNA-Probe des Verdächtigen entscheidend zur Identifizierung beitrug, obwohl weitere Beweise für die Festnahme nötig waren. Die Justizbehörden in Rheinland-Pfalz setzen nun auf eine gründliche Aufarbeitung dieses lange ungelösten Verbrechens.

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