Elterngeld-Bezug geht weiter zurück - Elterngeld Plus erfreut sich wachsender Beliebtheit
Im vergangenen Jahr haben in Deutschland rund 1,61 Millionen Frauen und Männer Elterngeld bezogen. Dies entspricht einem Rückgang von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Damit sank die Zahl der Beziehenden bereits zum vierten Mal in Folge und liegt insgesamt 13,9 Prozent unter dem Niveau des Jahres 2021.
Diese Entwicklung spiegelt nach Angaben der Statistiker auch den Rückgang der Geburtenzahlen in den vergangenen Jahren wider. Das Elterngeld stellt eine wichtige Lohnersatzleistung dar, die Mütter und Väter nach der Geburt eines Kindes erhalten, wenn sie zu Hause bleiben und sich der Kinderbetreuung widmen.
Elterngeld Plus erreicht historischen Höchststand
Während der Bezug des Basiselterngeldes zurückgeht, verzeichnet das Elterngeld Plus einen deutlichen Aufwärtstrend. Im Jahr 2025 planten insgesamt 648.000 Personen, diese Leistung zumindest anteilig in Anspruch zu nehmen. Dies entspricht einem Anteil von 40,3 Prozent aller Elterngeld-Beziehenden und stellt damit einen historischen Höchstwert dar.
Unter den Müttern planen 45,2 Prozent die Nutzung von Elterngeld Plus, während es bei den Vätern 26,1 Prozent sind. Zum Vergleich: Im Vorjahr 2024 lag der Gesamtanteil noch bei 36,7 Prozent, was die dynamische Entwicklung dieser Leistungsform unterstreicht.
Das Elterngeld Plus wurde bereits im Jahr 2016 eingeführt und unterscheidet sich vom Basiselterngeld durch eine längere Bezugsdauer bei gleichzeitig niedrigeren monatlichen Zahlungen. Diese Variante richtet sich insbesondere an Eltern, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchten.
Partnerschaftsbonus wird nur selten genutzt
Wenn beide Elternteile parallel in Teilzeit arbeiten, können sie über den sogenannten Partnerschaftsbonus bis zu vier zusätzliche Monate Elterngeld Plus erhalten. Von dieser Möglichkeit machten im Jahr 2025 jedoch lediglich 8,3 Prozent der Beziehenden Gebrauch, was auf eine weiterhin begrenzte Nutzung dieser speziellen Regelung hindeutet.
Väteranteil stagniert auf niedrigem Niveau
Nach wie vor erhalten deutlich mehr Frauen als Männer Elterngeld. Den aktuellen Zahlen zufolge standen im vergangenen Jahr 1,19 Millionen Frauen lediglich 417.000 Männern gegenüber. Der Väteranteil liegt damit bei 25,9 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr (25,8 Prozent) nur minimal verändert.
Interessant ist die historische Entwicklung: Nach einem kontinuierlichen Anstieg seit 2015, als der Väteranteil noch bei 20,9 Prozent lag, war dieser im Jahr 2024 erstmals leicht rückläufig. Die aktuellen Zahlen zeigen nun eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau.
Regionale Unterschiede bei der Väterbeteiligung
Im Ländervergleich bleibt Sachsen mit einem Väteranteil von 30,0 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Es folgen Baden-Württemberg mit 28,0 Prozent und Bayern mit 27,6 Prozent. Am niedrigsten fällt der Väteranteil wie bereits im Vorjahr im Saarland aus, wo lediglich 21,0 Prozent der Elterngeld-Beziehenden Männer sind.
Auch bei der geplanten Bezugsdauer zeigen sich weiterhin erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen planen durchschnittlich 14,9 Monate Elterngeldbezug, während Männer im Schnitt nur 3,8 Monate einplanen. Diese männliche Bezugsdauer ist in den vergangenen Jahren nahezu konstant geblieben.
Neue Einkommensgrenzen seit April 2025
Seit April 2025 gelten zudem neue Regelungen für den Elterngeldbezug. Seither erhalten nur noch Alleinerziehende und Paare Elterngeld, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen maximal 175.000 Euro beträgt. Wichtig zu beachten ist, dass es sich hierbei nicht um das Bruttoeinkommen handelt, sondern um den vom Finanzamt ermittelten und im Steuerbescheid ausgewiesenen Betrag.
Diese Einkommensgrenze markiert eine bedeutende Veränderung in der deutschen Familienpolitik und dürfte künftig die Zusammensetzung der Elterngeld-Beziehenden weiter beeinflussen. Die langfristigen Auswirkungen dieser Regelungsänderung werden sich erst in den kommenden Jahren vollständig zeigen.



