Spanisch spielerisch lernen: OSZ-Schüler entwickeln kreative Lernspiele in Wittenberge
Spanisch lernen mit Spielen: Schüler entwickeln Lernmaterial

Kreative Lernansätze: Wie Schüler Spanisch spielerisch vermitteln

Eine Fremdsprache zu erlernen muss nicht immer mit trockenem Vokabelpauken und Grammatikübungen verbunden sein. Schüler des Oberstufenzentrums (OSZ) Wittenberge haben bewiesen, dass Lernen auch spielerisch und kreativ gestaltet werden kann. Im Rahmen ihres Seminarkurses Kunst entwickelten die Jugendlichen innovative Spiele, mit denen jüngere Mitschüler ihre Spanischkenntnisse auf unterhaltsame Weise trainieren und verbessern können.

Aus der Not geboren: Spanisch im Kunstunterricht

Die ungewöhnliche Verbindung von Spanisch und Kunst entstand aus einer besonderen Situation, wie Lehrerin Liane Richter erklärt. Die Schüler konnten Spanisch ursprünglich nicht als zweite Fremdsprache belegen, da sich die entsprechende Lehrkraft in Elternzeit befand. Stattdessen mussten sie mit Russisch vorliebnehmen. Dennoch gelang es Richter, die sowohl Englisch, Kunst als auch Spanisch unterrichtet, den Schülern grundlegende Kenntnisse in spanischer Kunst, Kultur und Sprache zu vermitteln.

„Das Material sollte inhaltlich und optisch ansprechend sein“, betont die Pädagogin. Diese Anforderung haben die Abiturienten nun in die Praxis umgesetzt und eine beeindruckende Sammlung von Lernspielen geschaffen, die sowohl sprachliche als auch gestalterische Qualitäten vereinen.

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Vom adaptierten 'Wer bin ich?' bis zu Grammatik-Brettspielen

Auf einem Tisch im Klassenraum sind verschiedene Spiele aufgereiht, die bekannten Klassikern nachempfunden sind, aber mit spanischsprachigen Elementen versehen wurden. Der 18-jährige Clemens Thütner wählte das Spiel „Wer bin ich?“ als Vorlage. Bei seiner Version verkörpern alle Spieler eine bestimmte Person, und die anderen müssen durch gezielte Fragen – natürlich auf Spanisch – herausfinden, wen sie darstellen.

Auf einem speziell gestalteten Spielbrett sind kleine Klapptafeln angebracht, auf denen jeweils ein Gesicht aufgemalt ist. Clemens hat diese Porträts selbst gezeichnet und sich dabei teilweise an Klassenkameraden orientiert. Durch stetiges Fragen nach Haarfarbe oder anderen charakteristischen Eigenschaften werden nach und nach Personen ausgeschlossen, deren Tafeln dann heruntergeklappt werden – bis am Ende nur noch eine Person übrig bleibt.

Innovative Ansätze für Grammatik und Zahlen

Eine andere kreative Lösung präsentierte die 19-jährige Jolina Zymowski. Sie entwarf ein dreifarbiges Spielfeld, mit dem spanische Grammatik geübt werden kann. Der Fokus liegt dabei auf den Verbformen Präsens, Futur und Gerundium. Bei den Aufgaben, die die Schülerin entweder selbst entwickelte, mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte oder aus Lehrbüchern übernahm, müssen die Spieler entscheiden, ob bestimmte Formulierungen richtig oder falsch sind.

Besonders einfallsreich zeigt sich das Spiel von Maria Malenz, das sich um Sehenswürdigkeiten, Geografie und Kultur dreht. Auf den ersten Blick erinnert es an Monopoly, doch in der Mitte sind die geografischen Umrisse Spaniens und Südamerikas eingezeichnet. Die Spieler müssen abwechselnd Fragen zu Monumentos (Sehenswürdigkeiten), Geografía (Geografie), Cultura (Kultur) oder Vocabulario (Wortschatz) beantworten.

Geschicklichkeit und Sprachwissen kombiniert

Nicht nur sprachliches Wissen, sondern auch motorische Fähigkeiten sind bei dem Spiel von Elia Jonas (18) gefragt. Sein Entwurf ist dem bekannten „Bierpong“ nachempfunden, bei dem Tischtennisbälle in Becher geworfen werden. Das Spielbrett, das in den Farben der spanischen Flagge rot-gelb-rot gehalten ist, besteht aus zehn Bechern. Je nachdem, welcher Becher getroffen wird, muss der Spieler bestimmte Zahlen bilden – von einfachen Zahlenreihen bis hin zu komplexeren 100er- oder 1000er-Zahlenfolgen.

Nachhaltiger Beitrag für kommende Jahrgänge

Insgesamt nehmen 14 Schüler an dem Seminarkurs Kunst teil, die sich parallel auf ihre Abiturprüfungen vorbereiten, die nach den Osterferien beginnen. Obwohl sie selbst kein Spanisch als zweite Fremdsprache wählen konnten, haben sie den nachfolgenden Jahrgängen einen wertvollen Beitrag hinterlassen: Eine Sammlung kreativer Spiele, die den klassischen Sprachunterricht sinnvoll ergänzen und zeigen, wie Lernen auf unterhaltsame und motivierende Weise gestaltet werden kann.

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Die entwickelten Materialien beweisen, dass Sprachvermittlung nicht auf traditionelle Methoden beschränkt sein muss. Durch die Verbindung von spielerischen Elementen mit sprachlichen Inhalten schaffen die OSZ-Schüler aus Wittenberge eine Lernumgebung, die sowohl kognitive als auch kreative Fähigkeiten fördert und damit einen modernen Ansatz für den Fremdsprachenunterricht darstellt.