Schulze will Wirtschaft als Pflichtfach und Praxislerntage in Sachsen-Anhalts Schulen
Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat in einer Regierungserklärung im Landtag von Magdeburg weitreichende Pläne für die Schulausbildung in Sachsen-Anhalt vorgestellt. Der CDU-Politiker möchte das Bildungssystem deutlich praxisorientierter gestalten und die Verbindung zur Wirtschaft stärken.
Konkrete Reformvorschläge für Gymnasien und Sekundarschulen
Für Gymnasien fordert Schulze die Wiedereinführung des Faches Wirtschaft als verpflichtendes Unterrichtsfach ab der 7. Klasse. „Ich halte das für notwendig“, betonte der Ministerpräsident in seiner Ansprache. An Sekundarschulen sollen Schülerinnen und Schüler durch einen regelmäßigen Praxislerntag ab der 7. Klasse systematisch auf eine spätere Ausbildung vorbereitet werden.
Wirtschaftspolitischer Fokus und Unterstützung für die Chemieindustrie
In seiner ausführlichen Rede zur Wirtschaftspolitik hob Schulze die besondere Bedeutung der chemischen Industrie hervor. „Die chemische Industrie ist der Kitt, der unsere Wirtschaft zusammenhält“, erklärte er mit Blick auf Branchen wie Autoindustrie, Landwirtschaft und Maschinenbau. „Und sie braucht unsere volle Unterstützung.“
Geplante Brüssel-Reise und energiepolitische Korrekturen
Der Ministerpräsident kündigte an, in Kürze mit einer Wirtschaftsdelegation nach Brüssel zu reisen, um Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) die aktuellen Probleme der Unternehmen zu erläutern und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Gleichzeitig plädierte Schulze für Anpassungen im Bereich der erneuerbaren Energien. „Dort, wo es Fehlentwicklungen gibt und gab, werden wir Korrekturen vornehmen müssen“, sagte er. Letztlich sollten erneuerbare Energien Verbraucher und Unternehmen kostengünstig und verlässlich versorgen. „Hier gibt es zweifellos noch Baustellen, wir müssen von den insgesamt hohen Strompreisen runterkommen.“
Ziel: Praxisnähe und wirtschaftliche Kompetenz
Die geplanten Bildungsreformen zielen darauf ab, Schülerinnen und Schüler besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten und die wirtschaftliche Kompetenz bereits in der Schulzeit zu fördern. Durch die Kombination aus theoretischem Wirtschaftswissen und praktischen Erfahrungen soll die Berufsorientierung deutlich verbessert werden.
Die geplante Brüssel-Reise unterstreicht zudem die Bemühungen des Ministerpräsidenten, nicht nur landesinterne Reformen voranzutreiben, sondern auch auf europäischer Ebene Unterstützung für die sachsen-anhaltische Wirtschaft zu sichern.



