Eklat an Oberschule: Pornografische Inhalte bei Projektwoche - Schulaufsicht zieht Konsequenzen
Pornografische Inhalte bei Schulprojektwoche - Ermittlungen laufen

Eklat an Oberschule: Pornografische Inhalte bei Projektwoche - Schulaufsicht zieht Konsequenzen

Im ostsächsischen Schleife (Kreis Görlitz) hat ein Vorfall während einer Projektwoche an der Deutsch-Sorbischen Oberschule für Aufsehen gesorgt. Nachdem Kinder ihren Eltern berichteten, dass im Klassenzimmer pornografisches Material präsentiert worden sei, kam es zu Beschwerden und Strafanzeigen. Die Schule brach das Projekt noch am ersten Tag ab, und die Polizei leitete Ermittlungen ein.

Was genau ist vorgefallen?

Die Oberschule hatte für die geplante Projektwoche im März mit einem externen Theaterprojekt zum Thema „Mut“ kooperiert. Laut dem sächsischen Landesamt für Schule und Bildung (LASUB) in Chemnitz sollten sich die Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Materialien auseinandersetzen. Teil dieser Sammlung sei „offenbar auch ein Heft mit sensiblem, potenziell pornographischem Bildmaterial“ gewesen.

Welche Bildinhalte im strafrechtlichen Sinn vorlagen, ist nach Behördenangaben Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um Bilder zweier Männer bei verschiedenen Sexpraktiken gehandelt haben. Bereits nach dem ersten Projekttag meldeten sich mehrere Eltern bei der Schulleitung.

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Reaktionen und Konsequenzen

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe reagierte die Schulleitung umgehend:

  • Das Projekt wurde „sofort“ abgebrochen.
  • Der Dienstleistungsvertrag mit den Projektverantwortlichen wurde gekündigt.
  • Die Eltern wurden noch am selben Nachmittag über den Stopp informiert.

Zusätzlich meldete die Schulleitung den Vorfall an die Schulaufsicht und informierte den Schulträger sowie die projektfördernde Amadeu-Antonio-Stiftung. Die Stiftung, die sich für Minderheiten und Menschenrechte einsetzt, hat die Projektförderung mittlerweile eingestellt. „Die Grundlage einer Förderung sei aus Sicht der Stiftung nicht mehr gegeben“, sagte Pressesprecher Lorenz Blumenthaler.

Hintergründe und Verantwortung

Das Projekt war der Schule im Januar 2026 per E-Mail angeboten worden. In der Projektskizze einer Theaterpädagogin und einer Lehramtsstudentin sei ein Vorhaben zum Thema „Mut“ beschrieben worden, das „aktuelle politische Themen“ sowie die persönliche Lage der Jugendlichen aus „künstlerischer Perspektive“ in den Blick nehmen sollte. Aus dieser Beschreibung habe sich „keine Ableitung auf Verwendung von sensiblen sexuellen Inhalten“ ergeben, teilte das Landesamt mit.

Demzufolge wurden die Eltern zwar im Vorfeld über die geplante Projektwoche informiert, waren über deren Inhalte aber genauso im Unklaren wie die Schule selbst. Ein Fehlverhalten der Schulleitung oder gar einen Verstoß gegen das Landesschulgesetz sieht das Landesamt nach eigener Prüfung nicht. Die tatsächliche Umsetzung am ersten Tag habe „in eklatanter Weise“ den zuvor skizzierten Zielen und Methoden widersprochen.

Zukünftige Maßnahmen der Schulaufsicht

Für die Zukunft will die Schulaufsicht gemeinsam mit dem sächsischen Kultusministerium den Umgang mit externen Anbietern prüfen. Bewährt hätten sich digitale Marktplätze, auf denen sich Anbieter mit Projekten bewerben. „Der Vorteil für uns ist es, diese Projekte vorab inhaltlich zu prüfen und erst dann zu entscheiden, ob diese angeboten werden können“, sagte LASUB-Sprecher Christian Arndt.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Sexualerziehung

Nach sächsischem Schulgesetz gehört Familien- und Sexualerziehung zum Bildungsauftrag der Schule; sie soll „altersgemäß“ erfolgen. Der „Orientierungsrahmen für die Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen“ des Kultusministeriums erkennt an, dass Jungen und Mädchen etwa über Medien immer früher mit „fast allen Facetten von Sexualität konfrontiert“ werden.

Doch klar ist: Pornografisches Material gehört nicht zur Aufklärung im Klassenzimmer, wie LASUB-Sprecher Arndt betont. Externe Partner sind vorab so auszuwählen und zu briefen, dass sie die Vorgaben kennen und einhalten. Im Falle der Schule in Schleife seien die beiden für das Theaterprojekt Verantwortlichen ihrer Verantwortung im Umgang mit Schutzbefohlenen nicht gerecht geworden.

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Nach der Strafanzeige mehrerer Eltern ermittelt die Polizei nun gegen sie wegen des Verdachts des Verbreitens pornografischer Inhalte an Minderjährige. Die Schulaufsicht plant, ihre Kontrollmechanismen zu verschärfen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.