Felix Neureuther fordert Social-Media-Verbot für Kinder und kritisiert Digitalisierung im Unterricht
Neureuther: Social-Media-Verbot für Kinder notwendig (08.04.2026)

Ex-Skistar fordert radikale Wende: Neureuther will Social-Media-Verbot für Kinder durchsetzen

Der ehemalige Skistar Felix Neureuther hat eine klare und deutliche Forderung an das Bildungssystem gestellt: Ein umfassendes Social-Media-Verbot für Kinder und jüngere Jugendliche muss umgesetzt werden. Der 42-jährige vierfache Vater äußerte sich im Interview mit der AZ kritisch zur zunehmenden Digitalisierung im Schulalltag und forderte eine Rückbesinnung auf analoge Unterrichtsmethoden.

Digitalisierung im Klassenzimmer: Neureuther sieht Gefahren für kindliche Entwicklung

„Wenn man in der zweiten Klasse schon iPad-Unterricht hat, ist das in meinen Augen nicht zukunftsorientiert, ganz im Gegenteil“, erklärt Neureuther mit Nachdruck. Der Ex-Sportler, der selbst Vater einer schulpflichtigen Tochter ist, betont die Bedeutung haptischer Erfahrungen für die kindliche Entwicklung. „Es ist so wichtig für die Entwicklung des Gehirns, dass Kinder mit einem Stift schreiben!“

Neureuther kritisiert nicht nur die frühe Konfrontation mit digitalen Geräten, sondern warnt insbesondere vor den Gefahren sozialer Medien. „Die Kinder kommen sonst mit so extremen Inhalten viel zu früh in Berührung, sind auf diese Themen überhaupt nicht vorbereitet und können diese gar nicht verarbeiten“, so der besorgte Vater. Seine Lösung: Ein konsequentes Verbot sozialer Plattformen für Minderjährige.

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Lehrer sollen mehr Verantwortung erhalten – Eltern weniger Einfluss nehmen

Ein weiterer Kritikpunkt Neureuthers betrifft das Verhältnis zwischen Lehrern und Eltern. „Lehrer müssen wieder mehr Verantwortung bekommen, Eltern dürfen nicht eine solche Power haben und gleich mit dem Anwalt vor der Tür stehen“, fordert der Ex-Skistar. Diese Aussage bezieht sich auf zunehmende Konflikte, bei denen Eltern mit rechtlichen Schritten gegen pädagogische Entscheidungen drohen.

Neureuther plädiert für eine Stärkung der pädagogischen Autorität und mehr Freiräume für Lehrer, um ihrer erzieherischen Aufgabe nachkommen zu können. Gleichzeitig betont er die Bedeutung des elterlichen Vorbilds: „Generell lernen Kinder durch Vorleben. Wenn man ihnen als Eltern Dinge glaubwürdig vorlebt, dann macht das was mit den Kindern.“

Praktische Erfahrungen statt virtueller Welten

Der vierfache Vater setzt sich nicht nur theoretisch mit dem Thema auseinander, sondern berichtet von konkreten Beispielen aus der pädagogischen Praxis. „Neulich habe ich mich mit einem Pädagogen aus Weilheim getroffen, der mit Zwölf- oder 13-Jährigen im Unterricht Fake-Accounts kreiert, in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft, um zu schauen, was dann passiert“, erzählt Neureuther.

Durch solche praktischen Übungen würden Jugendliche die realen Gefahren der digitalen Welt erkennen. Der Pädagoge aus Weilheim teile Neureuthers Überzeugung: „Die einzige Möglichkeit sind Verbote. Anders wird es nicht funktionieren.“ Der Ex-Skistar warnt vor der Anziehungskraft digitaler Geräte: „Wenn nur einer in der Klasse ein Smartphone hat, finden alle einen Zugang dazu. Das ist die Gefahr.“

Rückkehr zur Natur und haptischen Erfahrungen

Neben seiner Kritik an der Digitalisierung betont Neureuther die Bedeutung von Naturerfahrungen für Kinder. Als Gründer der Felix-Neureuther-Stiftung und Botschafter der Werte-Stiftung unterstützt er den Bayerischen Jugendpreis mit dem Thema „Gesunde Kinder auf einer gesunden Erde – wie können wir die Zukunft gestalten?“

„Weil ich glaube, dass man in Zukunft kreative Köpfe braucht, damit auch die nächsten Generationen die Schönheit unserer Natur noch so bewundern können, wie wir sie bewundern durften“, begründet Neureuther sein Engagement. Er fordert mehr naturbezogenen Unterricht und Ausflüge ins Freie: „Damit die Kinder vor Ort lernen, sehen, riechen und spüren können.“

Für den Familienvater steht fest: „Ehrlich gesagt: Wir müssen mit denen raus gehen. Drinnen funktioniert das nicht.“ Diese Haltung spiegelt sich auch in seiner Forderung nach besserer Zugänglichkeit von Sportstätten wider, um Kindern mehr Bewegungsmöglichkeiten zu bieten.

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Felix Neureuthers klare Positionierung trifft auf eine gesellschaftliche Debatte, die in vielen europäischen Ländern geführt wird. Während Australien bereits restriktive Maßnahmen umgesetzt hat, diskutiert Deutschland über den richtigen Umgang mit digitalen Medien im Kindesalter. Der Ex-Skistar bringt mit seinen Forderungen neue Impresse in diese wichtige Diskussion ein.