Ausstellung in Potsdamer Bahnhofspassagen beleuchtet NS-Erziehungsanstalt Napola
Napola-Ausstellung in Potsdamer Bahnhofspassagen bis Februar

Ausstellung zur Potsdamer Napola-Erziehungsanstalt in Bahnhofspassagen

Eine neue Ausstellung in den Potsdamer Bahnhofspassagen widmet sich erstmals ausführlich der Geschichte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (Napola) Potsdam. Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung präsentiert die Schau „Napola Potsdam. Erziehung im Nationalsozialismus“ noch bis zum 28. Februar in diesem öffentlich stark frequentierten Raum.

Historische Einblicke in NS-Erziehungssystem

Die Ausstellung beleuchtet das Netz elitärer Internatsschulen, zu dem die Potsdamer Napola einst gehörte. In diesen Einrichtungen wurden Jugendliche systematisch im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie ausgebildet, um sie auf künftige Führungsaufgaben im System der Diktatur vorzubereiten. Gezeigt werden zahlreiche Abbildungen sowie bislang unveröffentlichte Dokumente aus verschiedenen Archiven.

Besonders interessant ist der historische Standort: Das ehemalige Napola-Gelände befindet sich an der Heinrich-Mann-Allee 107, wo heute die Staatskanzlei des Landes Brandenburg, mehrere Ministerien und die Landeszentrale selbst untergebracht sind. Die Schau thematisiert nicht nur die ideologischen Vorgaben und die Funktionsweise dieser Erziehungsanstalten, sondern auch den Umgang mit dem historischen Ort nach 1945.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Politische Bildung im öffentlichen Raum

Jana Steinke, kommissarische Leiterin der Landeszentrale, betont den besonderen Wert des Ausstellungsortes: „Wo täglich Tausende Menschen unterwegs sind, schafft die Ausstellung einen niedrigschwelligen Zugang zur politischen Bildung“. Die Präsentation in den Bahnhofspassagen soll bewusst einen Raum schaffen, in dem sich Passanten mit den Gefahren autoritärer Erziehungssysteme auseinandersetzen können.

Die Ausstellung ist kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen zugänglich. Sie fragt nach langfristigen Prägungen des NS-Erziehungssystems und regt zur kritischen Reflexion über historische Kontinuitäten an. Durch die ungewöhnliche Platzierung im öffentlichen Raum erreicht die politische Bildung ein breites Publikum jenseits klassischer Museumsbesucher.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration