Feierlicher Abschluss der Lehrzeit in Parchim
Der Nachwuchs im Handwerk hat Grund zur Freude: In Parchim wurden am Freitag, dem 27. März, mehr als 50 Auszubildende aus sieben verschiedenen Gewerken feierlich freigesprochen und erhielten ihre Gesellenbriefe. Damit endet für diese Frauen und Männer ihre Ausbildungszeit, die von der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd organisiert wurde. Die Übergabe fand in der historischen St.-Georgen-Kirche statt, einem Ort, der symbolisch für die Verbindung von Tradition und Handwerk steht.
Prominente Gäste und bewegende Reden
Rund 500 Gäste versammelten sich in der gotischen Backsteinkirche, darunter die frischgebackenen Gesellen, ihre Familien und zahlreiche Ehrengäste. Parchims Bürgermeister Dirk Flörke und Stadtpräsidentin Ilka Rohr waren ebenso anwesend wie der Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium, Jochen Schulte. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Jörg Dittrich, dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, der extra aus Berlin angereist war.
In seiner Festrede lobte Kreishandwerksmeister Reiko Ehbrecht das Durchhaltevermögen und Engagement der Lehrlinge. „Das deutsche Handwerk genießt – zu Recht – weltweit einen guten Ruf“, betonten Ehbrecht und Dittrich übereinstimmend. Die Wahl des Veranstaltungsortes war dabei bewusst getroffen worden. Pröpstin Sabine Schümann erinnerte daran, dass auch Jesus Handwerker war und dass Kirchen ohne das Handwerk nicht existieren würden. „Am Anfang waren Himmel und Erde. Den ganzen Rest haben wir gemacht“, zitierte sie den neuen Slogan der Kampagne „Das Handwerk“, der für Heiterkeit unter den Anwesenden sorgte.
Fahnenweihe und Ehrung der Besten
Bevor die Gesellenbriefe überreicht wurden, stand eine feierliche Fahnenweihe auf dem Programm. Acht Vertreter verschiedener Innungen trugen ihre Fahnen in das Kirchenschiff, wo sie von Pröpstin Sabine Schümann gesegnet wurden. Anschließend wurden die einzelnen Gesellen aus den Innungen aufgerufen und erhielten ihre offiziellen Dokumente, die den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung bescheinigen.
Die Krönung der Veranstaltung war die Ehrung der Jahrgangsbesten. Über alle Ausbildungsberufe hinweg ragte ein Geselle besonders heraus: Der Maurer Ulli Vader aus Brunow schloss seine Gesellenprüfung mit herausragenden 98,5 von 100 möglichen Punkten ab. Der 36-Jährige, der bei der Firma Dieter Page ausgebildet wurde, hatte sich erst mit Anfang 30 für das Maurerhandwerk entschieden.
Ein Spätberufener mit Leidenschaft
„Ich habe ein Praktikum in dem Beruf gemacht und festgestellt, dass mich dieser Job mehr erfüllt, als der, den ich zuvor gemacht habe“, erklärte Vader, der in traditioneller Zunftkleidung zur Feier erschienen war. „Zu sehen, was ich mit meinen Händen geschaffen habe, ist ein schönes Gefühl, das lange anhält. Es gibt mir viel mehr zurück.“ Seine außergewöhnliche Leistung unterstreicht, dass im Handwerk nicht nur Tradition, sondern auch individuelle Leidenschaft und späte Berufungen zu beeindruckenden Ergebnissen führen können.
Die Veranstaltung endete mit einem festlichen Empfang in der Parchimer Stadthalle, wo die neuen Gesellen ihren Erfolg mit Familien, Freunden und Ausbildern feierten. Dieser Tag markiert nicht nur das Ende ihrer Lehrzeit, sondern den Beginn einer vielversprechenden beruflichen Zukunft im Handwerk von Mecklenburg-Vorpommern.



