Ostsee-Tunnel: Kosten für Bahngleise zum Fehmarnbelt steigen auf 10,7 Milliarden
Ostsee-Tunnel: Kosten für Bahngleise steigen auf 10,7 Mrd

Die Kosten für die Anbindung des Ostseetunnels zwischen Fehmarn und der dänischen Insel Lolland steigen massiv. Wie das Bundesverkehrsministerium bestätigte, wird nun mit 10,7 Milliarden Euro gerechnet – 2,6 Milliarden mehr als noch im November 2025 avisiert. Ein Sprecher des Ministeriums räumte ein, dass es zwischenzeitlich zu Kostensteigerungen gekommen sei.

Hinterlandanbindung wird teurer

Das Flensburger Tageblatt berichtete unter Berufung auf einen Vermerk des Bundesrechnungshofes über die gestiegenen Kosten. Demnach sollen die Gleise zum Tunnel nun 10,7 Milliarden Euro kosten. Im November hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) dem Haushaltsausschuss noch Kosten von 8,1 Milliarden Euro genannt. Die Sprecherin des Bundesrechnungshofes erklärte, der Bericht sei als Verschlusssache eingestuft und werde erst nach abschließender parlamentarischer Beratung veröffentlicht.

Reaktionen aus Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sprach von einer unfassbaren Summe. Eine Verdreifachung der Kosten sei untragbar. Er forderte schlankere und schnellere Verfahren. Ein Zurückrudern sei jedoch nicht möglich, da die Dänen bereits Tunnellemente im Belt verlegen. Man sei quasi zur Umsetzung verdammt.

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Kostensteigerungen auch beim Sundtunnel

Bereits bekannt sind deutliche Kostensteigerungen für den geplanten Sundtunnel zwischen dem Festland und Fehmarn. Ursprünglich hatte die Bahn die Kosten für einen Ersatzbau am Fehmarnsund mit 714 Millionen Euro beziffert. Mittlerweile gibt die Infrastrukturgesellschaft Deges die Tunnelkosten mit 2,306 Milliarden Euro an. Die Sundbrücke aus den 1960er Jahren soll für Fußgänger, Radfahrer und langsame Fahrzeuge erhalten bleiben.

Zeitplan und Verzögerungen

Der Fehmarnbelttunnel soll ab 2029 die Insel Fehmarn mit Lolland verbinden. Der Bau des 18 Kilometer langen Eisenbahn- und Autotunnels läuft bereits, liegt aber mindestens zwei Jahre hinter dem Zeitplan. Deutschland rechnet mit Verzögerungen der Hinterlandanbindung über 2029 hinaus.

Kritik der Grünen

Die grüne Haushaltspolitikerin Paula Piechotta forderte das Bundesverkehrsministerium auf, Lösungen für eine schnellere und wirtschaftlichere Schienenanbindung vorzulegen. Ein Weiter so mit deutscher Langsamkeit beim Schienenausbau werde Dauerstaus und zusätzlichen Verschleiß der Autobahnen und Bundesstraßen zwischen Fehmarn und Hamburg nach sich ziehen. Der schleppende Schienenausbau sei kein Einzelfall; auch beim Brenner-Zulauf in Bayern müsse der Stillstand beendet werden.

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