Ein 37-stöckiges Hochhaus mitten in Manhattan ist am Dienstag wegen akuter Einsturzgefahr geräumt worden. Nach Angaben von Bürgermeister Zohran Mamdani waren während Umbauarbeiten zwei tragende Stützen eingeknickt, mehrere Risse entstanden und Decken sackten ab. Messungen ergaben zunächst, dass sich das Gebäude bewegte. Am Abend erklärte die Stadtverwaltung, die Bewegung habe aufgehört, sodass temporäre Stützen zur Sicherung angebracht werden könnten.
Eingeknickte Stützen im 21. Stockwerk
Der Gebäudekomplex an der 235 East 42nd Street in Midtown wurde weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehr setzte Drohnen und spezielle Messgeräte ein, die Verschiebungen im Zentimeterbereich erfassen. Da es sich um einen Stahlrahmenbau handelt, sei kein vollständiger, sondern nur ein lokaler Teileinsturz zu befürchten, so ein Feuerwehrbeamter. Dennoch sei die Lage „sehr ernst“. Das Problem konzentriert sich auf das 21. Stockwerk, wo auf Fotos ein eingeknickter Stützpfeiler und verbogene Metallstreben zu sehen sind. Die Aufnahmen stammen laut „New York Times“ von Arbeitern vor der Evakuierung.
Entwarnung nicht vollständig
Nach einer Begehung mit Bauexperten gab die Stadtverwaltung am Abend die Einschätzung ab, die Situation sei „gleichbleibend, stabil und sicher“. Ein Sprecher wollte jedoch nicht explizit ausschließen, dass die Gefahr eines Teileinsturzes vollständig gebannt sei. Auch zur Ursache könne man vor den Untersuchungen nichts sagen. Das ehemalige Pfizer-Hauptquartier wird derzeit zu mehr als 1600 Wohnungen umgebaut – laut Architekten das größte derartige Umwandlungsprojekt in der Stadtgeschichte, das 2027 abgeschlossen werden soll.
Projektentwickler weist Verantwortung zurück
Der Projektentwickler wies jede Verantwortung von sich und sprach von einem „typischen Konstruktionsfehler“ des in den 1960er Jahren errichteten Gebäudes. Die eingeknickten Stahlträger seien wahrscheinlich nicht oder nicht ausreichend verstärkt worden. Von Einsturzgefahr könne keine Rede sein, die Zwischendecken seien nur um etwa zehn Zentimeter abgesackt. Das von der Stadt genehmigte Projekt sei „perfekt“, die Fertigstellung werde sich nur um wenige Wochen verzögern.
Evakuierungen und Sperrzone
Die Feuerwehr hatte kurz vor 8 Uhr Ortszeit einen Anruf wegen herabfallender Ziegelsteine erhalten, wie Feuerwehrchefin Lillian Bonsignore mitteilte. Daraufhin wurde die Umgebung zur Sperrzone erklärt. Mehrere Gebäude, darunter zwei Hotels und eine Schule mit Hunderten Schülern, wurden evakuiert. Alle New Yorker wurden aufgefordert, die Zone zwischen dem Chrysler Building und dem UN-Hauptquartier zu meiden. Die Gegend ist eine der belebtesten der Stadt: Tausende Menschen wohnen und arbeiten dort, zudem nutzen unzählige Touristen und Pendler den nahen Grand Central Terminal.



