Walhalla in Donaustauf: Sicherheit vs. Denkmalschutz
Walhalla: Sicherheit vs. Denkmalschutz

Walhalla in Donaustauf: Sicherheit versus Denkmalschutz

Die Walhalla, ein imposantes Baudenkmal im Stil eines griechischen Tempels, thront hoch über der Donau nahe Regensburg und zieht jährlich mehrere hunderttausend Besucher an. Die mächtigen Stufen rund um die Säulenhalle sind bei Ausflüglern äußerst beliebt, um sich zu setzen und die atemberaubende Aussicht zu genießen – besonders bei Sonnenuntergang. Doch die Stufen bergen auch Gefahren: Es gibt kaum Geländer, und an manchen Kanten geht es mehrere Meter in die Tiefe.

Nach dem tragischen Tod eines 32-jährigen Mannes im Juli 2025, der am späten Abend rund achteinhalb Meter in die Tiefe stürzte und auf einem Steinplateau aufschlug, ließ die Schlösserverwaltung provisorische Absperrungen anbringen. Diese bestehen aus weißen Kunststoffketten zwischen den steinernen Säulen, an denen in Plastik gefasste Warnhinweise mit der Aufschrift „Achtung Absturzgefahr“ baumeln. Zusätzlich wurden Metallgitter und weiß-rot gestreifte Warnbarken aufgestellt. Diese Maßnahmen sollen die Besucher zusätzlich sensibilisieren, wie die Schlösserverwaltung im vergangenen Sommer mitteilte.

Allerdings halten diese Absperrungen viele Besucher nicht davon ab, sich auf die Stufen zu setzen und die Beine baumeln zu lassen. Sie steigen über die Ketten oder schlüpfen darunter hindurch. Die provisorischen Maßnahmen stoßen auf Kritik, insbesondere von den Kommunalpolitikern Wolfgang Vogel und Hans Sauerer, dem ersten und zweiten Bürgermeister von Donaustauf. Sie haben Verständnis für die Verbesserung der Sicherheit, sind jedoch von den provisorischen Lösungen nicht überzeugt. „Die Besucher wollen hier sitzen und die Aussicht genießen“, betonen sie bei einem Ortstermin. In der Marktgemeinde sei der Tenor eindeutig: keine Absperrungen an der Walhalla.

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Vogel räumt ein, dass die steigenden Besucherzahlen berücksichtigt werden müssen. An besonders gefährlichen Stellen könnten eventuell Geländer angebracht werden, jedoch mit der Maßgabe: „Sie müssen zum Bauwerk passen.“ Die Walhalla sei schließlich ein historisches Gebäude, und es solle nicht aussehen wie auf einer Baustelle. Sauerer ergänzt, dass die Treppenstufen gerade für ältere Menschen nicht einfach zu begehen seien, besonders bei Nässe seien sie rutschig. Dennoch müsse man auf die Eigenverantwortung der Leute setzen. „Das ist wie im Gebirge. Man kann nicht alles abriegeln.“ Es gebe ein allgemeines Lebensrisiko. Ohne die Vernunft der Besucher müsste man die Walhalla schließen und die Menschen nur mit Führungen auf das Gelände lassen, fügt Vogel hinzu.

In den vergangenen Jahren gab es vereinzelt schwere Unfälle: 2020 starb ein 65-jähriger Mann, nachdem er auf einer Treppe das Gleichgewicht verloren hatte und drei Meter tief auf eine Terrasse gefallen war. Im selben Jahr stürzte eine 67-Jährige mehrere Meter tief und wurde schwer verletzt. Der jüngste tödliche Unfall eines 32-Jährigen im Sommer 2025 veranlasste das Finanzministerium, eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus Denkmalschutz, Bau, Justiz und Schlösserverwaltung zu initiieren. Ziel ist es, mögliche Verbesserungen an der Walhalla unter baulichen und sicherheitstechnischen Aspekten zu evaluieren, wobei der „herausragende Baudenkmalcharakter“ berücksichtigt werden soll.

Ein Ergebnis liegt noch nicht vor, wie die Schlösserverwaltung mitteilt: „Die Expertenkommission befasst sich intensiv mit der Thematik sowie verschiedenen Handlungsalternativen und trifft sich bedarfsabhängig.“ Nach „noch erforderlichen weiteren Vorklärungen und der anschließenden Abstimmung mit dem Landesdenkmalrat“ soll das Thema dem Landtag zur abschließenden Beratung und Entscheidung vorgelegt werden.

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Die Walhalla – Baudenkmal und Ruhmestempel

Die Walhalla wurde im 19. Jahrhundert im Auftrag von König Ludwig I. im klassizistischen Stil errichtet und gilt als eines der bedeutendsten deutschen Baudenkmäler seiner Zeit. Sie erinnert mit Büsten und Gedenktafeln an bedeutende Persönlichkeiten wie Kaiser und Könige, Künstler, Forscher und Politiker – darunter der Auftraggeber Ludwig I., der Dichter Johann Wolfgang von Goethe, der Komponist Richard Wagner, der Physiker Albert Einstein und die NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Errichtet wurde der Bau durch den bevorzugten Architekten Ludwigs I., Leo von Klenze. Inspiriert ist das Gebäude von einem der berühmtesten Denkmäler Griechenlands, dem Parthenon auf der Akropolis in Athen. 1842 wurde die Walhalla eröffnet. Der Name bezieht sich nach Angaben der Schlösserverwaltung auf das gleichnamige Kriegerparadies der germanischen Mythologie.