Der Österreicher Rudolf Schaubach hat eine innovative Schutzvorrichtung für Schafe entwickelt: ein Kettenhemd-ähnliches Netz, das die Tiere vor Wolfsangriffen bewahren soll. Doch Tierschützer zeigen sich skeptisch und üben scharfe Kritik an der Erfindung. Im Gespräch mit dem SPIEGEL äußert sich der Rentner zu den Vorwürfen.
Die Idee hinter dem Schutznetz
Schaubach, ein leidenschaftlicher Schafzüchter, war von wiederholten Wolfsrissen in seiner Region betroffen. „Ich musste etwas unternehmen, um meine Herde zu schützen“, erklärt er. Das Netz, das er entwickelt hat, besteht aus robusten Metallringen und wird über die Schafe gelegt. Es soll verhindern, dass Wölfe die Tiere beißen können. „Die Wölfe beißen ins Leere“, beschreibt Schaubach die Wirkung.
Kritik von Tierschutzorganisationen
Tierschützer hingegen bezweifeln die Wirksamkeit des Netzes. Sie argumentieren, dass die Schafe durch das Kettenhemd in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden und Stress erleiden. Zudem bestehe die Gefahr, dass sich die Tiere in den Maschen verfangen könnten. „Das ist keine artgerechte Haltung“, kritisiert ein Sprecher einer österreichischen Tierschutzorganisation. Schaubach weist die Vorwürfe zurück: „Meine Schafe haben sich schnell an das Netz gewöhnt. Sie können fressen, laufen und sich hinlegen wie zuvor.“
Erfahrungen aus der Praxis
Der Erfinder hat das Netz bereits in mehreren Testläufen eingesetzt und berichtet von positiven Ergebnissen. „Seit ich das Netz verwende, gab es keinen einzigen Wolfsangriff mehr“, sagt er stolz. Dennoch räumt er ein, dass das System noch verbessert werden müsse. „Ich arbeite daran, das Netz leichter und atmungsaktiver zu machen.“
Reaktionen aus der Landwirtschaft
In der Landwirtschaft stößt die Erfindung auf geteiltes Echo. Einige Bauern sehen darin eine praktikable Lösung, um ihre Herden zu schützen, während andere auf bewährte Methoden wie Herdenschutzhunde setzen. „Jeder muss selbst entscheiden, welche Methode für ihn am besten geeignet ist“, meint Schaubach.
Zukunft des Schutznetzes
Schaubach plant, das Netz in Serie produzieren zu lassen und es anderen Schafzüchtern zur Verfügung zu stellen. „Ich möchte, dass meine Erfindung dazu beiträgt, den Konflikt zwischen Mensch und Wolf zu entschärfen“, betont er. Ob das Netz jedoch breite Akzeptanz finden wird, bleibt abzuwarten. Die Diskussion zwischen Tierschützern und Befürwortern dürfte noch andauern.



