Der Eichenprozessionsspinner sorgt derzeit in Berlin für Schlagzeilen. Besonders betroffen ist der Volkspark Jungfernheide, wo Anwohner von einem „lebendigen Teppich“ der Raupen an den Stämmen berichten. Die feinen Brennhaare des Falters können Hautreizungen, Juckreiz und Atembeschwerden verursachen. Auch in Marzahn-Hellersdorf bereitet der Schädling den Behörden zunehmend Kopfzerbrechen.
Steigende Meldungen im Bezirk
Das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks verzeichnet nach eigenen Angaben „mehr Meldungen“ von Bürgern und stellt selbst vermehrt Befälle fest. Die Behörde spricht von einem „deutlich erhöhten Aufwand bei der Erfassung und Bekämpfung“. Bereits jetzt seien die Ausgaben des Vorjahres überschritten worden. Während in den vergangenen Jahren einzelne Hotspots identifiziert werden konnten, gehen in diesem Jahr Meldungen aus allen Bereichen des Bezirks ein.
Mangel an Personal und Fachfirmen
Das Bezirksamt setzt Prioritäten: Nester an sensiblen Orten wie Kitas und Schulen sollen rasch abgesaugt werden. Doch es fehlt an Personal. „Aufgrund der aktuellen Lage wären zusätzliche personelle und fachliche Kapazitäten erforderlich. Die einschlägigen Fachfirmen sind derzeit jedoch bereits vollständig ausgelastet“, teilt das Bezirksamt mit. Belastbare Angaben zur Gesamtzahl der Eichen im Bezirk kann das Amt nicht machen, da Bäume auf Privatgrundstücken, von Wohnungsbaugesellschaften und in Forsten nicht erfasst werden.
Frühere Hotspots und Forderungen nach Koordination
Im vergangenen Jahr waren unter anderem der Seelgrabenpark und die Märkische Spitze besonders betroffen. Ob sich erneut räumliche Schwerpunkte herausbilden, ist noch unklar. Die Bezirke Lichtenberg und Tempelhof-Schöneberg hatten zuletzt eine koordinierte, berlinweite Vorgehensweise gefordert. Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) betonte hingegen die Zuständigkeit der Bezirke und sagte im Abgeordnetenhaus, diese seien „in einer besonderen Verantwortung“.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Falter, dessen Raupen auf Eichen leben und sich in langen Reihen fortbewegen. Ihre Brennhaare enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Kontakt starke Hautreizungen, Quaddeln, Augenreizungen, Husten und asthmaartige Beschwerden auslösen kann. Die Haare brechen leicht ab und werden durch den Wind verteilt, sodass sie lange in der Umgebung – etwa in alten Nestern oder am Boden – erhalten bleiben.



