Berlin. Der südliche Schlossplatz in der historischen Mitte Berlins wird endlich grüner. Die bisher als „Steinwüste“ bekannte, großflächig gepflasterte Fläche soll mit drei neuen Bauminseln aufgewertet werden. Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss gab am Donnerstag bekannt, dass die Arbeiten Mitte Juni beginnen. Ein erster Spatenstich ist für Freitag, den 12. Juni, geplant.
Drei Bauminseln für mehr Grün und Aufenthaltsqualität
Die drei großflächigen Bauminseln werden mit einladenden Sitzmöglichkeiten ausgestattet. Ziel ist es, einen „grünen, ruhigen Ort“ zu schaffen, an dem Besucher inmitten der Stadt verweilen können. Dieses Projekt ist eine Reaktion auf die Kritik von Klimaaktivisten und Naturschützern an der vollständigen Versiegelung des Platzes. Die Arbeiten erfolgen nur fünf Jahre nach der Fertigstellung des südlichen Schlossplatzes.
Pflanzkonzept inspiriert von Alexander von Humboldt
Insgesamt sollen 18 verschiedene Baumarten gepflanzt werden, die drei Kontinente und Klimazonen repräsentieren: Amerika, Europa/Mittelmeerraum und Asien. Dieses Konzept erinnert an die Reisen von Alexander von Humboldt, der als einer der ersten die Verbreitung von Pflanzenarten und deren Beziehung zu Umweltfaktoren beschrieb. Die Stiftung erläutert: „Das Pflanzkonzept nimmt diese Thematik auf, indem es unterschiedliche Klimaräume und angepasste Baumarten im Stadtraum sichtbar macht: von nordamerikanischen Arten mit leuchtender Herbstfärbung über robuste heimische Gehölze bis hin zu mediterranen, trockenheitsfesten Arten und der japanischen Kirschblüte.“
Teil des Projekts „Klimagerechter Umbau des Schlossplatzes“
Die Bauminseln sind eine Maßnahme im Rahmen des Projekts „Klimagerechter Umbau des Schlossplatzes“. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024, an der das Land Berlin, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Stiftung Humboldt Forum beteiligt waren, hatte die Bepflanzung empfohlen.
Weitere Bauarbeiten am Humboldt Forum
Die Begrünung ist nicht die einzige Baustelle am Humboldt Forum. Bereits vor knapp einem Jahr begannen die Arbeiten an einer 38 Meter breiten Freitreppe am Spreekanal auf der Westseite des Schlosses. Diese Treppe, die vom Schlossplatz direkt ans Wasser führt, soll Mitte 2027 fertiggestellt werden. Die Kosten für die Treppe belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro. Auch das Freiheits- und Einheitsdenkmal, das derzeit nur im Sockelbereich fertiggestellt ist, grenzt unmittelbar an die Treppe. Weitere Arbeiten am Schloss werden folgen.



