Tragödie in den Alpen: Sieben Tote bei Bergunfällen in Italien
Alpen-Drama: Sieben Tote bei Bergunfällen in Italien

Eine Serie tödlicher Bergunfälle in den Alpen hat Italien erschüttert. Innerhalb von nur zwei Tagen kamen sieben Alpinisten ums Leben. Die Unglücke ereigneten sich an einigen der bekanntesten Viertausender zwischen Matterhorn, Mont-Blanc-Massiv und Gran Paradiso. Die Bergrettungsdienste sind alarmiert.

Letzter Unfall im Mont-Blanc-Massiv

Am Samstag meldeten die Behörden den jüngsten Unfall im Mont-Blanc-Massiv: Zwei Alpinisten stürzten nach ersten Erkenntnissen möglicherweise infolge eines Steinschlags von der Cresta Kuffner ab. Eine ausländische Bergführerin setzte den Notruf ab. Die Körper der Verunglückten wurden auf die französische Seite geschleudert und dort vom Peloton de Gendarmerie de Haute Montagne (PGHM) geborgen. Über ihre Herkunft gab es zunächst keine Informationen.

Tödlicher Sturz am Matterhorn

Ein weiterer schwerer Unfall ereignete sich am Samstagmittag am Matterhorn. Ein französischer Alpinist stürzte am Pic Tyndall in rund 4.241 Metern Höhe, während er gemeinsam mit einem nicht angeseilten Begleiter unterwegs war. Die Seilschaft war zuvor von einer Bergführerin beobachtet worden, die sich unterhalb der Berghütte Carrel befand und sofort die Rettungskräfte alarmierte. Der Einsatz wurde von den Schweizer Spezialkräften von Air Zermatt durchgeführt. Der Leichnam wurde nach Breuil-Cervinia gebracht. Der Begleiter des Verunglückten wurde per Helikopter ins Tal geflogen und zur Kontrolle in das Krankenhaus „Parini“ in der Stadt Aosta gebracht.

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Weiterer Todesfall am Brenva-Gletscher

Parallel dazu kam am Brenva-Gletscher im Bereich des Mont-Blanc-Massivs ein französischer Alpinist ums Leben. Auch hier waren die Einsatzkräfte des PGHM Chamonix im Einsatz. Der Leichnam wurde in die italienische Bergortschaft Courmayeur überführt, wo die Ermittlungen zur Identifizierung laufen.

Drei italienische Bergsteiger am Gran Paradiso

Die vier Todesopfer vom Samstag folgen auf das tragische Unglück von drei italienischen Bergsteigern am Gran Paradiso, einem Viertausender in den italienischen Alpen. Die Bergwacht entdeckte ihre Leichen am Freitag nach einem Notruf auf einer Höhe von etwa 3.600 Metern. Die Gruppe hatte sich am frühen Freitagmorgen nach der Übernachtung in einer Hütte auf den Weg zum 4.061 Meter hohen Gipfel gemacht, kehrte jedoch bis zum Abend nicht zurück. Daraufhin wurde bei der Leitstelle Alarm ausgelöst. Nach Angaben der Bergwacht stürzten die Bergsteiger an der Nordwand ab. Die genauen Umstände sind noch unklar.

Die Opfer aus dem Trentino

Bei den Toten handelt es sich um drei Freunde aus dem Trentino. Der 29-jährige Sergio Martinelli arbeitete als Ökonom und Datenanalyst. Der 39-jährige Maicol Zenatti aus Brentonico bei Rovereto war als Informatiker tätig. Der 49-jährige Antonio Sardano wurde in seiner Heimatregion als prägende Figur des Rettungsdienstes Trentino Emergenza gewürdigt, der für medizinische Notfalleinsätze in der Provinz zuständig ist.

Behörden besorgt über Unfallhäufung

Der Gran Paradiso im gleichnamigen Nationalpark im Nordwesten Italiens gilt eigentlich als einer der am leichtesten zu besteigenden Viertausender der Alpen. Dennoch werden eine hervorragende körperliche und technische Vorbereitung als Voraussetzung genannt. Die Behörden werten die Häufung der Unfälle mit Sorge. Der Direktor des Aostatäler Bergrettungsdienstes, Paolo Comune, betonte, die Bedingungen seien grundsätzlich stabil, verwies jedoch auf die fortgeschrittene Saison und den geringen Schneefall. Dadurch entstehe vermehrt Blankeis in hochalpinen Routen, was die Risiken deutlich erhöhe.

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