Tragisches Feuer in JVA Plötzensee: Zweiter Toter innerhalb einer Woche
Zweiter Toter nach Brand in JVA Plötzensee

Weiterer Todesfall in Berliner Justizvollzugsanstalt

Eine Woche nach dem Tod eines 25-jährigen Inhaftierten bei einem Zellenbrand in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee ist am Mittwochmorgen ein weiterer Insasse tot aufgefunden worden. Dies gab Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses bekannt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen 28-jährigen Polen, der eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßte. Rettungsmaßnahmen blieben erfolglos. Nähere Details zu den Todesumständen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Erster Brand war Suizid

Badenberg bestätigte, dass der Brand in der vergangenen Woche, bei dem ein 25-jähriger Insasse ums Leben kam, ein Suizid war. Der ebenfalls polnische Staatsbürger hatte das Feuer selbst gelegt, indem er brennendes Mobiliar – seinen Schrank – als Barrikade vor die Tür schob. Der 25-Jährige hatte sich eigenen Angaben zufolge früher als andere in den Einschluss begeben und war allein im Haftraum. Ein Mithäftling bemerkte das Feuer gegen 20.55 Uhr und löste den Brandmelder aus. Aufgrund der Hitzeeinwirkung war die Tür so stark verzogen, dass Bedienstete sie nicht öffnen konnten. Erst die Feuerwehr schaffte dies mit schwerem Gerät, etwa 20 Minuten nach Alarmauslösung.

Ermittlungen laufen

Die Polizei Berlin hat ein Todesermittlungsverfahren sowie Ermittlungen wegen mutmaßlicher Brandstiftung eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen sind. Auch im Fall des am Mittwoch Verstorbenen läuft ein Todesermittlungsverfahren. Unter den Gefängnisinsassen wird derweil scharfe Kritik an den Zuständen laut. Ein anonymer Inhaftierter berichtete, der Verstorbene der Vorwoche sei in Todespanik geraten und habe verzweifelt gegen die Tür gehämmert, doch die JVA-Mitarbeiter hätten nicht helfen können. Offizielle Stellen äußerten sich dazu nicht.

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Brandschutzmaßnahmen in Berliner Gefängnissen

Die Senatsjustizverwaltung betont, dass umfassende Brandschutzmaßnahmen in allen Berliner Gefängnissen existieren. Dazu gehören Brandmeldeanlagen, Rauchmelder, Brandschutzklappen, Feuerlöscher sowie gekennzeichnete Flucht- und Rettungswege. Die Gebäude sind in Brandschutzbereiche unterteilt und durch Brandschutztüren und -wände getrennt. Mehrmals jährlich finden Brandschutzunterweisungen und Übungen für Mitarbeitende statt, die auf Brandverhütung, Brandausbreitung sowie Personenrettung abzielen. Allerdings sind in den Zellen selbst keine Rauchmelder installiert, da diese von Insassen manipuliert werden könnten. Im vergangenen Jahr wurden elf Haftraumbrände in Berliner Justizvollzugsanstalten registriert, in diesem Jahr bereits fünf. Brände in Gemeinschaftsküchen oder durch technische Defekte werden nicht statistisch erfasst.

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