ZDF-Politbarometer offenbart Misstrauen in Regierung
Nur jeder vierte Deutsche traut der Bundesregierung zu, die Finanzprobleme der Sozialversicherungen zu lösen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des ZDF-Politbarometers, die am Freitag veröffentlicht wurde. In der Union herrschen Zweifel an der Arbeit der Regierung: 72 Prozent bewerten die Leistung der schwarz-roten Koalition als eher schlecht. 63 Prozent aller Befragten glauben, dass die Partei nicht voll hinter Bundeskanzler Friedrich Merz steht – selbst unter CDU/CSU-Anhängern teilt gut die Hälfte (52 Prozent) diese Einschätzung.
Sonntagsfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
Die AfD bleibt in der Sonntagsfrage mit 27 Prozent stärkste Kraft vor der Union mit 25 Prozent. Die SPD verharrt auf ihrem Rekordtief von zwölf Prozent, die Grünen erreichen 14 und die Linke elf Prozent. Die FDP käme mit drei Prozent weiterhin nicht in den Bundestag – einen Kubicki-Effekt kann die Forschungsgruppe Wahlen, anders als andere Umfrageinstitute, nicht feststellen. Damit hätte die schwarz-rote Koalition weiterhin keine Mehrheit. Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent glaubt, dass die Regierung bis zur nächsten Bundestagswahl 2029 durchhält.
Finanzierung von Rente, Gesundheit und Pflege
Bei der Finanzierung der Sozialversicherungen setzen 56 Prozent der Deutschen auf mehr Steuermittel. Leistungskürzungen befürworten nur 14 Prozent, Beitragserhöhungen lediglich sieben Prozent. Eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre lehnen 77 Prozent ab. Die demografische Entwicklung stellt das deutsche Sozialsystem vor eine Zerreißprobe. In der Umfrage wird deutlich, zu welchen Reformen die Deutschen bereit sind – und zu welchen nicht.
Umfragedetails und Methodik
Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 1. bis 3. Juni 1274 Wahlberechtigte. Sie gehörte laut einer KI-Auswertung in den letzten Jahren bei der Prognosegenauigkeit von Bundestags- und Landtagswahlen konstant zu den treffsichersten Umfrageinstituten des Landes. Die Ergebnisse zeigen eine tiefe Skepsis gegenüber der Regierungskoalition und klare Präferenzen für eine sozialverträgliche Reform der Sozialsysteme.



