Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Polizei intensiviert Kampf gegen Täter
Sexuelle Gewalt gegen Kinder: Polizei schlägt Alarm

Hannover (dpa/lni) – Trotz einer hohen Aufklärungsquote bleibt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Form von Bildern und Videos im Internet aus polizeilicher Sicht ein „sehr großes und schwerwiegendes Problem“. Das erklärte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Thorsten Massinger, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er warnte eindringlich: „Kein Täter, der entschlossen ist, solche Straftaten zu begehen, darf sich sicher sein, dass er nicht am Ende doch mit der Polizei zu tun hat.“

Geplante „Scheinkind-Operationen“

Massinger kündigte an, dass die Behörde derzeit an der Konzeption sogenannter Scheinkind-Operationen arbeite. Dabei geben sich Ermittler im Internet als Kinder aus, um pädophile Straftäter zu überführen. „Wenn es Hinweise auf entsprechende Straftaten in sozialen Medien oder Darknet-Foren gibt, ist das Anlass für einen länderübergreifenden Austausch, welches Bundesland oder welche Dienststelle die Bearbeitung übernimmt. Da gibt es keine weißen Flecken“, betonte der LKA-Chef.

Bekämpfung als Schwerpunkt

Die Bekämpfung von Missbrauchsdarstellungen sei ein deutlicher Schwerpunkt der Arbeit des Landeskriminalamts. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Bevölkerung zu Recht von uns erwartet, dass wir alles Mögliche tun, um diesen Sexualstraftätern mit einer pädophilen Neigung das Handwerk zu legen“, so Massinger.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hohe Aufklärungsquote

Im vergangenen Jahr registrierte die Behörde in Niedersachsen 5.888 Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung sogenannter kinder- und jugendpornografischer Inhalte. Die Aufklärungsquote lag bei beeindruckenden 97 Prozent. Im Jahr 2024 waren es noch 6.765 Fälle, 2023 sogar 7.981. In beiden Jahren lag die Quote bei über 95 Prozent.

Digitale Ermittlungen und KI

Zu bestimmten Phänomenen und Anlässen wird im Netz mit Hilfe der digitalen Einsatz- und Ermittlungsunterstützung recherchiert. „Man muss sich von der Vorstellung entfernen, man könnte einfach so mit Personal das Internet überwachen“, erklärte Massinger. „So viele Beamte kann man gar nicht einstellen, dass man da alles überwachen könnte.“ Daher setzt die Polizei auch künstliche Intelligenz ein, um frei verfügbare Quellen im Internet zu analysieren. Die KI helfe dabei, Erkenntnisse zu komprimieren und Informationen zu bündeln, um gezieltere Ermittlungen zu ermöglichen. Allerdings müsse die KI rechtskonform sein, bevor sie staatlich eingesetzt werden könne.

Prävention und internationale Zusammenarbeit

Neben der Strafverfolgung legt das LKA Niedersachsen großen Wert auf Prävention. Die Behörde arbeitet eng mit anderen Bundesländern und internationalen Partnern zusammen, um die Tätergrenzen zu überwinden. „Die Bedrohung ist global, daher müssen auch die Ermittlungen global sein“, betonte Massinger. Die Polizei setzt auch auf Aufklärungskampagnen, um Eltern und Kinder für die Gefahren im Netz zu sensibilisieren.

Die Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder bleibt eine der größten Herausforderungen für die Strafverfolgungsbehörden. Mit neuen Technologien und innovativen Methoden wie den Scheinkind-Operationen will die Polizei den Tätern keine Ruhe lassen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration