Am Donnerstag beginnt vor dem Landgericht Braunschweig ein Prozess gegen vier Angeklagte, denen vorgeworfen wird, über mehrere Jahre hinweg in einem Pflegeheim in Langelsheim im Harz unhaltbare Zustände verantwortet zu haben. Die Anklage wirft den Beschuldigten unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung in besonders schwerem Fall und gewerbsmäßigen Bandenbetrug vor.
Vorwürfe im Detail
Laut Gerichtsankündigung sollen die Angeklagten die Bewohner des Pflegeheims mit Medikamenten sediert und durch hochgestellte Bettgitter eingesperrt haben. Die Vorwürfe richten sich in 17 Fällen gegen drei Angeklagte im Alter von 51 bis 63 Jahren. Einer 59-jährigen Frau wird Beihilfe zu diesen Taten vorgeworfen.
Umfangreiches Verfahren
Das Verfahren ist auf mehr als 50 Verhandlungstage angelegt. Nach der aktuellen Planung könnte das Urteil Ende Januar 2027 verkündet werden. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Prozesses gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.
Der Fall sorgt in der Region für Aufsehen, da die Zustände in dem Pflegeheim über Jahre hinweg als untragbar beschrieben werden. Die Ermittlungen hatten bereits im Vorfeld für Schlagzeilen gesorgt.



