Prozess in Nürnberg: Mann soll jahrelang Töchter seiner Partnerinnen missbraucht haben
Ein 55-jähriger Mann aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim steht seit heute vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Die Anklage wirft ihm vor, über einen Zeitraum von 17 Jahren hinweg gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern gesucht zu haben, die vorzugsweise aus Asien stammten, um deren Töchter sexuell zu missbrauchen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Kinder missbrauchte, wenn die Mütter nicht anwesend waren.
Umfangreiches Missbrauchsmaterial sichergestellt
Die Ermittler fanden bei dem Angeklagten mehrere tausend Dateien mit Abbildungen sexuellen Kindesmissbrauchs. Diese sollen teils von den Taten selbst stammen. Insgesamt sechs Mädchen wurden laut Anklage Opfer des Mannes, darunter vier Schwestern. Die Übergriffe seien oft im Schlaf der Kinder passiert oder von diesen als normal empfunden worden, da sie Teil ihres Alltags waren. In einigen Fällen habe der Mann die Mädchen überredet oder ihnen mit Gewalt gedroht.
Vaterähnliche Beziehung ausgenutzt
Der Angeklagte soll seine vaterähnliche Stellung zu den Mädchen ausgenutzt haben, um die Taten zu begehen. Die Anklageschrift wurde zu Prozessbeginn verlesen, weitere Details nannte die Gerichtssprecherin nicht. Für den Prozess ist zunächst nur ein weiterer Verhandlungstermin am Freitag angesetzt, an dem auch ein Urteil fallen könnte.
Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg ermittelte gegen den 55-Jährigen, der aus dem mittelfränkischen Landkreis stammt. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die gezielte Suche von Tätern nach alleinerziehenden Müttern mit Töchtern, um Missbrauch zu begehen. Die Behörden betonen die Wichtigkeit, solche Muster frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.



