Armut in Mecklenburg-Vorpommern leicht gesunken
Der Wohlfahrtsverband in Mecklenburg-Vorpommern hat einen leichten Rückgang der Armut im Bundesland verzeichnet. Laut dem aktuellen Sozialbericht ist die Armutsquote im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent gesunken. Dies bedeutet, dass rund 300.000 Menschen in MV von Armut betroffen sind, etwa 5.000 weniger als im Vorjahr.
Positive Entwicklung, aber weiterhin hohe Belastung
Der Verband betont, dass die positive Entwicklung vor allem auf die stabile Konjunktur und die gestiegenen Löhne zurückzuführen sei. Dennoch bleibe die Armut in MV über dem Bundesdurchschnitt von 15,9 Prozent. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Familien mit mehreren Kindern und Menschen mit Migrationshintergrund. Auch die Altersarmut sei weiterhin ein großes Problem.
Forderungen an die Politik
Der Wohlfahrtsverband fordert von der Landesregierung gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Armut. Dazu gehören der Ausbau von Kitas und Ganztagsschulen, höhere Löhne im Niedriglohnsektor und eine bessere Unterstützung für Langzeitarbeitslose. Auch die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde sei ein wichtiger Schritt.
Die Landesregierung verwies auf bereits umgesetzte Maßnahmen wie das Bildungs- und Teilhabepaket und die Erhöhung der Sozialhilfe. Man werde die Entwicklung weiter beobachten und bei Bedarf nachsteuern.
Regionale Unterschiede
Die Armut verteilt sich in MV unterschiedlich. In ländlichen Regionen wie Vorpommern-Greifswald ist die Quote mit 22 Prozent besonders hoch, während sie in Städten wie Rostock und Schwerin mit 16 Prozent niedriger liegt. Der Verband fordert daher eine regional differenzierte Strategie.
Insgesamt zeigt sich der Wohlfahrtsverband vorsichtig optimistisch, warnt aber davor, die Erfolge zu überschätzen. Die Armut sei immer noch auf einem hohen Niveau, und die Corona-Pandemie habe die Situation vieler Menschen verschärft. Es bedürfe weiterer Anstrengungen, um die Armut nachhaltig zu senken.



