Der Fall des Berliner Lehrers Dennis W., der vier Schülerinnen sexuell missbraucht haben soll, wirft Fragen auf. Obwohl es früh einen Hinweis gab, konnte der Pädagoge noch mehrere Jahre lang unterrichten. Der Prozess vor dem Landgericht Berlin sorgt für Aufsehen.
Die erste Auffälligkeit auf einer Klassenfahrt
Im Juli 2016 reiste die zehnte Klasse der Reinickendorfer Schule ins spanische Bilbao. Die Schülerin Lisa Radic (Name geändert) bemerkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Ihre Mitschülerinnen tuschelten und flüsterten, immer wieder fielen Blicke in ihre Richtung. Zuvor hatte sie einem Jungen aus ihrer Klasse ihr Handy geliehen. Was dann geschah, war der Beginn einer Kette von Ereignissen, die schließlich zum Prozess führten.
Die Ignoranz der Verantwortlichen
Bereits damals gab es konkrete Hinweise auf ein übergriffiges Verhalten des Lehrers. Doch diese wurden nicht ernst genommen. Die Schulleitung, so der Vorwurf, habe die Vorwürfe heruntergespielt und keine angemessenen Maßnahmen ergriffen. So konnte Dennis W. weiterhin unterrichten und Zugang zu Schülerinnen haben.
Der lange Weg zur Anklage
Erst Jahre später, nachdem weitere Betroffene sich meldeten, wurde der Fall endlich vor Gericht gebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Lehrer vor, die Mädchen über einen längeren Zeitraum hinweg sexuell missbraucht zu haben. Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe.
Ein systemisches Versagen?
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Frage, wie Hinweise auf sexuellen Missbrauch an Schulen behandelt werden. Kritiker bemängeln, dass zu oft weggeschaut wird, um den Ruf der Einrichtung zu schützen. Die Berliner Bildungsverwaltung hat Konsequenzen angekündigt, doch für die betroffenen Schülerinnen kommt jede Hilfe zu spät.
Der Prozess gegen Dennis W. dauert an. Das Urteil wird mit Spannung erwartet – nicht nur von den Opfern, sondern auch von der Öffentlichkeit, die sich fragt, wie ein solcher Fall über Jahre unentdeckt bleiben konnte.



