Ein aktueller Bericht zur sozialen Lage in Sachsen offenbart alarmierende Zahlen: Rund jeder sechste Mensch im Freistaat lebt in Armut. Das geht aus dem neuen Armutsbericht hervor, der von der Landesregierung vorgestellt wurde. Besonders betroffen sind demnach Alleinerziehende und ihre Kinder.
Jeder sechste Sachse von Armut betroffen
Die Armutsquote in Sachsen liegt bei etwa 16,6 Prozent. Das bedeutet, dass rund 680.000 Menschen im Freistaat als armutsgefährdet gelten. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Für einen Single bedeutet das ein Nettoeinkommen von weniger als 1.150 Euro pro Monat.
Kinderarmut besonders hoch
Besonders besorgniserregend ist die hohe Kinderarmut. Laut Bericht ist jedes fünfte Kind in Sachsen von Armut bedroht. Alleinerziehende Haushalte sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Quote liegt hier bei über 40 Prozent. Sozialministerin Petra Köpping (SPD) zeigte sich bestürzt über die Zahlen und kündigte Maßnahmen an.
Ursachen und Folgen von Armut
Die Ursachen für Armut sind vielfältig. Dazu gehören Arbeitslosigkeit, Niedriglohnsektor, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und steigende Lebenshaltungskosten. Die Folgen für die Betroffenen sind schwerwiegend: Eingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, gesundheitliche Probleme und geringere Bildungschancen für Kinder.
Handlungsbedarf aus Sicht der Politik
Die sächsische Landesregierung will nun gegensteuern. Geplant sind unter anderem höhere Zuschüsse für Kinderbetreuung, mehr Unterstützung für Alleinerziehende und bessere Angebote zur Qualifizierung. Auch der Ausbau von sozialen Beratungsstellen soll vorangetrieben werden. Die Opposition fordert jedoch weiterreichende Maßnahmen, wie eine Erhöhung des Mindestlohns und mehr bezahlbaren Wohnraum.
Der Armutsbericht zeigt, dass trotz wirtschaftlicher Erholung in den letzten Jahren die Schere zwischen Arm und Reich in Sachsen weiter auseinandergeht. Die Landesregierung steht nun in der Pflicht, konkrete Schritte zur Armutsbekämpfung einzuleiten.



