Dortmund Geiselnehmer: Enez C. terrorisierte Familie – neue Details
Geiselnehmer von Dortmund: Neue Details zur Tat

Mehr als acht Stunden hielt Enez C. seine drei Töchter in einer Dortmunder Wohnung fest, schoss auf einen Polizisten und löste einen großen SEK-Einsatz aus. Nachbarn berichten von jahrelanger Angst, von Gewalt in der Familie und vergeblichen Versuchen der Vermieterin, ihn loszuwerden.

Der Tathergang im Überblick

Am 4. Juni 2026 eskalierte die Situation in einer Wohnung in Dortmund. Enez C., der unter psychischen Problemen litt, verschanzte sich mit seinen drei Töchtern im Alter von 5, 7 und 9 Jahren. Als die Polizei eintraf, feuerte er mehrere Schüsse ab, wobei ein Beamter verletzt wurde. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückte an und konnte die Kinder nach stundenlangen Verhandlungen unverletzt befreien. Der Täter wurde festgenommen.

Jahrelange Gewalt und vergebliche Hilfe

Nachbarn schildern, dass die Familie bereits seit Jahren unter der Gewalt des Vaters litt. Die Vermieterin habe mehrfach versucht, ihn aus der Wohnung zu entfernen, jedoch ohne Erfolg. Das Jugendamt war ebenfalls involviert, konnte aber keine nachhaltige Lösung finden. „Wir haben oft Schreie gehört, aber niemand konnte etwas tun“, berichtet ein Nachbar.

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Die Rolle von Polizei und Jugendamt

Neue Details zeigen, dass die Behörden schon länger von den Problemen wussten. Die Polizei war mehrfach wegen häuslicher Gewalt im Einsatz, doch jedes Mal endeten die Verfahren ohne Konsequenzen. Das Jugendamt hatte die Familie betreut, aber offenbar die Gefahr unterschätzt.

Die Strategie des Strafverteidigers

Enez C.‘ Strafverteidiger kündigte an, die Tat auf eine psychische Ausnahmesituation zurückzuführen. Sein Mandant habe unter Wahnvorstellungen gelitten und sei nicht zurechnungsfähig gewesen. Ein psychiatrisches Gutachten soll dies untermauern. Die Staatsanwaltschaft hingegen geht von einem geplanten Vorgehen aus und ermittelt wegen versuchten Mordes und Geiselnahme.

Reaktionen aus der Politik

Der Dortmunder Oberbürgermeister zeigte sich erschüttert und forderte eine Aufarbeitung des Falls. „Wir müssen verstehen, warum das System versagt hat“, so seine Aussage. Die zuständige Ministerin kündigte eine Überprüfung der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Jugendamt an.

Ausblick auf den Prozess

Der Prozess gegen Enez C. wird voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen. Die Öffentlichkeit erwartet gespannt, ob die Verteidigungsstrategie aufgeht oder ob der Täter für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird. Die Kinder befinden sich in psychologischer Betreuung.

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