Berliner Polizei: Mehr Clan-Verdächtige und Straftaten registriert
Berlin: Mehr Clan-Verdächtige und Straftaten

Anstieg der Clankriminalität in Berlin

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) beobachtet einen Zuwachs im Clan-Milieu. Wie die Innenverwaltung am Freitag mitteilte, wurden zu Jahresbeginn insgesamt 685 Personen der sogenannten Clankriminalität zugerechnet. Dies entspricht einem Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zahlen und Fakten für 2025

Für das Jahr 2025 registrierte die Polizei 952 Straftaten, die von 342 tatverdächtigen Clan-Mitgliedern begangen worden sein sollen. Die häufigsten Delikte waren mit 23 Prozent Rohheitsdelikte, also überwiegend Gewalttaten. Dahinter folgten Verkehrsstraftaten wie illegale Autorennen mit knapp 16 Prozent sowie Diebstähle mit ebenfalls fast 16 Prozent. Hinzu kommen Vermögens- und Fälschungsdelikte, Nötigungen und Betäubungsmittelhandel.

Herausforderungen und Maßnahmen

Im Lagebericht der Polizeiführung heißt es, eine besondere Herausforderung sei die zunehmende Durchdringung legaler Wirtschaftsbereiche, der Einsatz komplexer Firmenkonstrukte sowie die verstärkte Nutzung digitaler Kommunikations- und Finanzwege. Das Waschen illegaler Profite sei typisch für diese arbeitsteilig agierenden Banden, die von der Justiz als organisierte Kriminelle eingestuft werden.

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Die Berliner Strafverfolgung setzt daher konsequent auf Vermögensabschöpfung. Inkriminierte Autovermietungen zeigen exemplarisch, wie legale Geschäftsmodelle zur Verschleierung illegaler Aktivitäten genutzt werden können. Bereits 2025 standen verdächtige Autovermietungen im Fokus der Polizei, deren Fahrzeuge für Straftaten und deren Buchhaltung für Schwarzarbeit und Geldwäsche verwendet worden sein könnten.

Definition und Herkunft der Verdächtigen

Im Polizeiverständnis ist ein Clan durch ein gemeinsames Abstammungsverständnis und eine hierarchische Struktur geprägt. Unter den 685 Verdächtigen überwiegt wie in den Vorjahren die deutsche Staatsbürgerschaft, gefolgt von libanesischer, ungeklärter, türkischer und syrischer.

Vergleich zum Vorjahr

2024 hatte die Berliner Polizei noch 851 Straftaten und 296 Verdächtige der Clankriminalität erfasst, insgesamt 616 Personen. Damals gab es öffentliche Kritik an der niedrigen Zahl gezielter Einsätze, denn 2023 hatte das LKA noch 1063 Fälle bei rund 300 Verdächtigen erkannt. 2024 gab es mit 74 Einsätzen erheblich weniger Kontrollen im Clan-Milieu als 2023 mit 126 Kontrollen. Grund dafür waren Großlagen wie Ausschreitungen pro-palästinensischer Demonstranten und die Fußball-Europameisterschaft.

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