Die Zahl der von Armut betroffenen Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands leicht gesunken. Im vergangenen Jahr lag der Anteil der armutsgefährdeten Bevölkerung bei 16,8 Prozent, nach 17,2 Prozent im Jahr zuvor. Dies entspricht etwa jeder sechsten Person im Nordosten Deutschlands.
Definition der Armutsgrenze
Nach EU-Definition gelten Menschen als armutsgefährdet, wenn ihnen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen. Der Wohlfahrtsverband bezeichnet diese Gruppe als arm. Für Alleinlebende lag diese Grenze zuletzt bei einem Nettoeinkommen von 1.446 Euro pro Monat. Für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug die Schwelle 3.036 Euro netto monatlich.
Bundesweiter Trend zeigt Anstieg
Während in Mecklenburg-Vorpommern ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, stieg die Armutsgefährdungsquote bundesweit an. Laut Daten des Statistischen Bundesamts erhöhte sie sich von 15,5 auf 16,1 Prozent. Damit waren zuletzt rund 13,3 Millionen Menschen in Deutschland von Armut bedroht. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Frauen, Alleinerziehende, Alleinlebende, Familien mit geringem Einkommen, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke sowie Geflüchtete.
Forderungen des Wohlfahrtsverbands
Dieter Eichler, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Mecklenburg-Vorpommern, betonte die spürbaren Folgen der Armut im Alltag: Diese zeigten sich beim Einkauf, beim Heizen oder durch den Verzicht auf gesellschaftliche Teilhabe. Er forderte entschlossene Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeit, faire Löhne und eine verlässliche soziale Absicherung.
In Mecklenburg-Vorpommern verlässt mehr als jeder zehnte junge Mensch die Schule ohne Abschluss. An den Berufsschulen bleibt etwa jeder Fünfte ohne Berufsabschluss. Eichler sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um die Armut nachhaltig zu bekämpfen.



