NRW-Prozess: Sohn entsetzt über Raser-Urteil – „Schämen Sie sich!“
NRW-Prozess: Sohn entsetzt über Raser-Urteil

Prozess in NRW: Sohn des Opfers empört über Raser-Urteil

Duisburg – Als der Richter die Sitzung beendete, konnte der Sohn des Opfers seine Wut nicht mehr verbergen: „Schämen Sie sich! Das ist nicht im Namen des Volkes“, rief Sven B. (44). Ein junger Autofahrer (damals 18) hatte seine Mutter totgerast, als er mit 139 km/h durch einen Tempo-40-Bereich schoss. Dafür wurde er am Donnerstag am Landgericht Duisburg zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

Hintergrund des Falls

Die Staatsanwaltschaft hatte Maximilian S. zunächst wegen Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln und niederen Beweggründen angeklagt. Der Deutsche war am 16. Dezember 2024 um 21.07 Uhr mit seiner Freundin (damals 17) in Wesel (NRW) unterwegs, als er an einer Unterführung die Kontrolle über den BMW 530d verlor. Der Wagen krachte in den Toyota Yaris, in dem Dorota N. saß.

Urteilsbegründung

Der Richter sprach in seiner Urteilsbegründung nach 16 Verhandlungstagen von einem schwierigen Fall. Die Kammer verurteilte den Studenten, der in seinem letzten Wort um Entschuldigung gebeten hatte, unter anderem wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs. Wegen seines Alters wurde Jugendstrafrecht angewandt. Experten gehen davon aus, dass seine Strafe frühestens nach eineinhalb Jahren hinter Gittern zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Zudem verhängten die Richter eine dreijährige Führerscheinsperre.

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Reaktion des Sohnes

Für Sven B. ein viel zu mildes Urteil. Er verglich den Unfall mit einem Schuss in eine Menschenmenge: „Da kann man auch nicht hoffen, dass nichts passiert.“ Er erinnerte daran, dass seine Mutter nach dem Tod ihres Mannes gerade eine Depression überwunden und nach einem Urlaub in Ägypten beschlossen hatte, noch schwimmen zu lernen. Als der BMW sie rammte, hatte sie die Schwimmsachen auf der Rücksitzbank. Der Kfz-Mechaniker sagte zu BILD: „Ich bin überzeugt, dass man 100 Fremde fragen könnte, alle würden eine längere Haftstrafe für gerecht halten. Und vermutlich würden auch alle finden, dass so ein rücksichtsloser Mann auch nie wieder ans Steuer dürfe.“

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