Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ist eine der führenden Denkfabriken in Deutschland. Es berät die Politik in allen wirtschaftlichen Fragen und ist bekannt dafür, auch unbequeme Debatten nicht zu scheuen. Ein Besuch bei Präsident Marcel Fratzscher gibt Einblicke in die Arbeit des Instituts.
Die Rolle des DIW Berlin in der Politikberatung
Das DIW Berlin versteht sich als unabhängiges Forschungsinstitut, das die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und international analysiert. Es liefert Daten und Prognosen, die von der Bundesregierung, aber auch von Unternehmen und Verbänden genutzt werden. Fratzscher betont, dass das Institut keine politischen Vorgaben erhält und seine Forschungsergebnisse objektiv präsentiert.
Marcel Fratzscher: Präsident und Professor
Marcel Fratzscher ist nicht nur Präsident des DIW Berlin, sondern auch Professor für Makroökonomie an der Humboldt-Universität Berlin. In seiner Doppelrolle bringt er wissenschaftliche Expertise in die Politikberatung ein. Er ist ein gefragter Interviewpartner und scheut sich nicht, kontroverse Themen anzusprechen, wie etwa die Ungleichheit in Deutschland oder die Folgen der Geldpolitik.
Die Vermessung der Wirtschaft
Das DIW Berlin erstellt regelmäßig Konjunkturprognosen und analysiert langfristige Trends. Ein Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung und den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Forscher untersuchen, wie sich neue Technologien auf Beschäftigung und Produktivität auswirken. Auch die Energiewende und die Klimapolitik sind wichtige Themen. Das Institut liefert Daten, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen.
Unbequeme Debatten als Markenzeichen
Das DIW Berlin ist bekannt dafür, auch unpopuläre Positionen zu vertreten. So hat Fratzscher mehrfach vor den Risiken einer zu lockeren Geldpolitik gewarnt und für eine stärkere Besteuerung von Vermögen plädiert. Diese Haltung stößt nicht immer auf Gegenliebe, aber das Institut sieht es als seine Aufgabe, die Fakten ungeschönt zu präsentieren.
Einblick in die Arbeit des Instituts
Bei einem Besuch im DIW Berlin wird deutlich, wie eng Forschung und Praxis verzahnt sind. Die Wissenschaftler arbeiten an aktuellen Projekten, etwa zur Inflation oder zu den Folgen des Ukraine-Kriegs für die deutsche Wirtschaft. Die Ergebnisse werden in Studien, Podcasts und öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt. Fratzscher legt Wert darauf, dass das Institut den Dialog mit der Gesellschaft sucht.
Das DIW Berlin bleibt damit ein zentraler Akteur in der deutschen Wirtschaftspolitik. Es wird auch in Zukunft unbequeme Fragen stellen und die Politik mit fundierten Analysen versorgen.



