In den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr in Niedersachsen haben sich die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite auf eine Schlichtung verständigt. Dies gaben der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) Niedersachsen und die Gewerkschaft Verdi nach der sechsten Verhandlungsrunde bekannt. Zwei unabhängige Schlichter sollen demnach versuchen, eine Einigung herbeizuführen. Laut Verdi geht es darum, einen Lösungskorridor in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen. Wer als Schlichter fungiert, ist noch offen. Ort und Zeit der Schlichtung sollen geheim bleiben.
Hintergrund des Tarifstreits
Der Tarifkonflikt im Nahverkehr hat bereits zu mehreren Warnstreiktagen geführt, unter anderem in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Göttingen und Osnabrück. Die Gewerkschaft Verdi fordert insbesondere Entlastungen bei der Wochenarbeitszeit und den Schichtdiensten sowie mehr Urlaubstage und höhere Zuschläge für die Arbeit am Wochenende. Der KAV hatte vor den jüngsten Verhandlungen seinerseits darauf verwiesen, dass die Arbeitgeber bereits einen zusätzlichen Urlaubstag von 2027 an anbieten. Außerdem sei man bereit, zwei bisher gewährte sogenannte freie Tage in zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln, sodass der bezahlte Jahresurlaub dann insgesamt 33 Tage umfasse.
Reaktionen der Verhandlungsparteien
KAV-Hauptgeschäftsführer Michael Bosse-Arbogast bezeichnete den Schritt beim derzeitigen Stand der Tarifgespräche als sinnvoll und notwendig. Verdi-Verhandlungsführer Marian Drews kritisierte hingegen, es gebe seitens der Arbeitgeber kein Entgegenkommen beim Thema Arbeitszeit. Die Schlichtung soll nun Bewegung in die festgefahrenen Gespräche bringen. Ob eine Einigung erzielt werden kann, bleibt abzuwarten.



