Lothar Matthäus kritisiert neuen WM-Modus scharf
Matthäus kritisiert neuen WM-Modus scharf

Lothar Matthäus hat den neuen Modus der Fußball-Weltmeisterschaft scharf kritisiert. Der Rekordnationalspieler bezeichnete die Aufstockung auf 48 Teams und die Einführung von Vierergruppen, in denen nur die Gruppenersten und -zweiten weiterkommen, als „nicht fair“. In einem Interview mit BILD äußerte er sich deutlich: „Der neue Modus entwertet den Wettbewerb. Es ist nicht mehr die gleiche Spannung wie früher, wenn man schon nach zwei Spielen weiter sein kann.“

Kritik an der Aufstockung

Matthäus bemängelte vor allem, dass die Qualität der Spiele leide. „Wenn man 48 Mannschaften zulässt, sinkt das Niveau. Die besten Teams treffen erst spät aufeinander, und die Vorrunde wird zur Farce.“ Er verwies auf die aktuelle WM 2026, bei der erstmals 48 Nationen antreten. „Man sieht schon jetzt, dass viele Partien einseitig sind. Das ist nicht das, was die Fans wollen.“

Vergleich mit früheren Turnieren

Der 64-Jährige zog einen Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften: „Früher war jedes Spiel ein Endspiel. Heute kann man sich eine Niederlage leisten und trotzdem weiterkommen. Das nimmt die Dramatik.“ Matthäus, der 1990 selbst Weltmeister wurde, forderte eine Rückkehr zum alten Modus mit 32 Teams. „Das war perfekt. Jede Partie zählte, und die Gruppenphase war hochspannend.“

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Reaktionen auf seine Aussagen

Die Aussagen von Matthäus stoßen in der Fußballwelt auf geteiltes Echo. Während einige Experten ihm zustimmen, verteidigt der Weltverband FIFA die Reform. Ein FIFA-Sprecher betonte: „Der neue Modus ermöglicht mehr Nationen die Teilnahme und fördert den globalen Fußball. Wir sind überzeugt, dass die Spannung erhalten bleibt.“

Matthäus ließ sich davon nicht beeindrucken: „Das ist eine reine Marketingentscheidung. Es geht um Geld, nicht um Sport. Die FIFA sollte den Fußball wieder in den Mittelpunkt stellen.“

Auswirkungen auf die Nationalmannschaft

Der Rekordnationalspieler äußerte auch Bedenken für die deutsche Nationalmannschaft. „Für die DFB-Elf ist der neue Modus eine Herausforderung. Man darf sich keine Ausrutscher erlauben, denn in einer Vierergruppe kann alles passieren.“ Er warnte vor Überheblichkeit: „Die Gegner sind stärker geworden, und mit 48 Teams gibt es keine leichten Spiele mehr.“

Matthäus‘ Kritik kommt wenige Tage nach dem überraschenden 3:3 zwischen Algerien und einem anderen Team, das er als „Verschwörungstheorie“ bezeichnete. „Da haben sich zwei Mannschaften abgesprochen, um weiterzukommen. Das ist der Gipfel der Unsportlichkeit.“ Er forderte Konsequenzen: „Die FIFA muss härter durchgreifen, solche Absprachen gehören bestraft.“

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