Brandenburgs Sozialminister René Wilke (SPD) hat angekündigt, dass Migranten mit unsicherem Aufenthaltsstatus künftig die Möglichkeit erhalten sollen, sich aktiv eine Bleibeperspektive zu erarbeiten. Bei einem Besuch des sogenannten Chancencenters der Landesübergangseinrichtung in Frankfurt (Oder) betonte Wilke: „Wir haben mit diesen Menschen bisher zu wenig gemacht.“ Dabei gebe es viele Bereiche, in denen Bedarf an engagierten, willigen und klugen Menschen bestehe.
Neue Chancen für Migranten mit ungeklärtem Status
In der Einrichtung in Frankfurt (Oder) werde mit Menschen gearbeitet, deren Aufenthaltsstatus noch ungeklärt sei, erklärte Wilke. Dies betreffe etwa Personen mit Duldung oder solche, bei denen noch rechtliche Klärungen anhängig seien. In manchen Fällen liege möglicherweise keine Bleibeperspektive vor, doch die Betroffenen könnten das Land aus anderen Gründen nicht verlassen. Diesen Menschen solle die Option gegeben werden, „einen Weg einzuschlagen“, so der Minister.
Unterstützung durch Sprachkurse und Arbeitsvermittlung
Das Chancencenter bietet den Migranten verschiedene Hilfsangebote, darunter Sprachkurse, Kinderbetreuung und die Vermittlung von Kontakten zu Unternehmen für Arbeitsplätze oder Praktika. „Wenn dieser Weg konsequent gegangen wird, dann kann das dazu führen, dass Menschen sich eine Perspektive erarbeiten können“, betonte Wilke. Er fügte hinzu: „Wenn du eine Chance ergreifst, dann reichen wir dir die Hand. Wenn nicht, verwirkst du diese Chance und wirst wahrscheinlich in das Regelsystem zurückgeführt, was in der Abschiebung enden kann.“
Start des Chancencenters
Das Chancencenter der Landesübergangseinrichtung hat am 1. Juni 2026 seinen Betrieb aufgenommen und befindet sich noch in der unmittelbaren Anlaufphase. Die Zielgruppe sind Personen mit abgelehntem Asylantrag, bei denen Qualifizierung und Beschäftigung in Betracht kommen. Nach Angaben der Ausländerbehörde könnte dies jährlich etwa 200 bis 300 Personen betreffen. Ziel des Centers ist der Erwerb von Deutschkenntnissen und die Integration in den Arbeitsmarkt. Bereits jetzt wurde ein erster Sprachkurs mit 17 Teilnehmenden gestartet, darunter zwölf alleinreisende Männer und fünf alleinreisende Frauen. Die Teilnehmenden stammen überwiegend aus Kamerun und Kenia, aber auch aus Afghanistan und Südafrika.



