Ein fast drei Minuten langer Angriff auf drei Journalisten des rechten Online-Magazins „Apollo News“ am Rande der Anti-AfD-Proteste in Erfurt sorgt für Empörung. Ein Video dokumentiert, wie die Reporter von einer Gruppe Demonstranten verfolgt, bedrängt und körperlich attackiert werden. Erst eine Spezialeinheit der Polizei konnte die Bedrängten in Sicherheit bringen.
Hintergrund des Vorfalls
Die Proteste richteten sich gegen den Bundesparteitag der AfD, der am Wochenende in Erfurt stattfand. Tausende Demonstranten versammelten sich, um gegen die Politik der Partei zu protestieren. In diesem aufgeheizten Klima gerieten die drei Reporter von „Apollo News“, einem Medium, das oft als rechtspopulistisch bis rechtsextrem eingestuft wird, ins Visier von Gegendemonstranten.
Nach Angaben von BILD-Reporter Frank Schneider, der ebenfalls vor Ort war, zog sich der Angriff über mehr als drei Minuten hin. „Es gab Tritte und Schläge. Das ging über drei Minuten“, berichtete Schneider. Die Reporter wurden offenbar gezielt angegriffen, weil sie als Vertreter eines verhassten Mediums erkannt wurden.
Polizei schreitet ein
Erst das Eingreifen einer Polizei-Sondereinheit beendete die Attacke. Die Beamten trennten die Angreifer von den Journalisten und brachten diese in Sicherheit. Die Polizei Erfurt bestätigte den Vorfall und leitete Ermittlungen wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch ein. „Wir nehmen solche Übergriffe sehr ernst und werden mit aller Konsequenz gegen die Täter vorgehen“, erklärte ein Polizeisprecher.
Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem es bereits zu ersten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linksextremisten gekommen war. Dabei setzte die Polizei erstmals einen Schlagstock ein, um einen Angriff abzuwehren.
Reaktionen und Folgen
Der Angriff auf die Journalisten löste breite Kritik aus. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) verurteilte die Gewalt gegen Pressevertreter scharf. „Journalisten müssen ihre Arbeit ungehindert ausüben können, auch wenn sie von einem kontroversen Medium kommen. Angriffe auf die Pressefreiheit sind inakzeptabel“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall.
Auch Politiker aller demokratischen Parteien äußerten sich bestürzt. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sprach von einem „inakzeptablen Übergriff“ und kündigte eine verstärkte Polizeipräsenz bei künftigen Protesten an. „Gewalt und Rechtsbrüche sind undemokratisch“, betonte er.
Die AfD selbst nutzte den Vorfall für ihre politische Agenda. Parteisprecher Christian Lüth sagte: „Dieser Angriff zeigt das wahre Gesicht der sogenannten Zivilgesellschaft, die angeblich gegen Hass und Hetze kämpft, aber selbst vor Gewalt gegen Andersdenkende nicht zurückschreckt.“
Ermittlungen laufen
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen des Angriffs. Bislang konnten keine Tatverdächtigen identifiziert werden. Die drei Reporter erlitten leichte Verletzungen, mussten aber nicht ins Krankenhaus. Sie haben Anzeige erstattet.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Gewaltbereitschaft im politischen Protest. Bereits in der Vergangenheit waren Journalisten bei Demonstrationen angegriffen worden, sowohl von links- als auch von rechtsextremen Gruppen.



