Berufungsgericht bestätigt Schuldspruch, verlangt neues Strafmaß
Ein Berufungsgericht in Kalifornien hat es abgelehnt, den Schuldspruch gegen Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen aufzuheben. Das dreiköpfige Richtergremium bestätigte am Freitag (Ortszeit) die Verurteilung des früheren Hollywood-Moguls aus dem Jahr 2022, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an. Die Entscheidung bedeutet einen weiteren Rückschlag für Weinstein, der seit Jahren mit mehreren Gerichtsverfahren konfrontiert ist.
Hintergrund des kalifornischen Verfahrens
Bei dem Prozess in Los Angeles war Weinstein im Dezember 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen aus einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben. Im Februar 2023 wurde er dafür zu 16 Jahren Haft verurteilt.
Berufung und neue Entwicklungen
Weinsteins Anwälte gingen in Berufung, um die Verurteilung aufzuheben. Sie argumentierten unter anderem, der Prozess sei mit Blick auf Zeugenbefragungen unfair gewesen. Das Berufungsgericht wies dies nun ab, gab den Fall aber an die frühere Richterin zurück, die damals in einem Anklagepunkt eine Höchststrafe von acht Jahren verhängt hatte. Sie soll das Strafmaß neu festlegen. Die Verteidiger wollen den Fall vor das Oberste Gericht in Kalifornien bringen, kündigte Weinstein-Sprecher Juda Engelmayer an.
Parallelverfahren in New York eingestellt
Einen Tag zuvor hatte es in New York in einem anderen Verfahren gegen Weinstein Neuigkeiten gegeben. In Absprache mit der Schauspielerin Jessica Mann, die Weinstein Vergewaltigung vorwirft, sei entschieden worden, den Fall nicht erneut aufzurollen, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Weinstein war angeklagt, Mann 2013 in einem Hotel in Manhattan vergewaltigt zu haben. In einem Prozess im Jahr 2020, der sich im Wesentlichen um zwei Klägerinnen drehte, war er zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch war 2024 allerdings aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend wieder kassiert worden.
Zweimalige Neuaufrollung und Teilverurteilung
Zweimal wurde der Prozess danach neu aufgerollt. In diesem Anklagepunkt aber hatte sich die jeweilige Jury in beiden Fällen nicht einigen können. Die Geschworenen in New York sahen es 2025 aber als erwiesen an, dass Weinstein schwere Sexualverbrechen an einer anderen Frau begangen habe. Das Strafmaß in diesem Fall wird im September erwartet.
Weinstein bestreitet alle Vorwürfe
Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Vor Gericht hat der Ex-Hollywood-Mogul alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Die jüngsten Gerichtsentscheidungen in Kalifornien und New York zeigen, dass der Rechtsstreit um Weinstein noch lange nicht abgeschlossen ist.



