Prozess um getöteten Fabian: Angeklagte führte Polizei zur Leiche des Jungen
Im Verfahren um den Mord an dem achtjährigen Fabian hat die Angeklagte die Polizei selbst zum Fundort der Leiche geführt. Ein Polizeibeamter, der als erster am Tatort eintraf, sagte vor dem Landgericht Rostock aus, dass die 30-jährige Frau und eine Bekannte die Beamten zu dem Tümpel bei Klein Upahl brachten. Die Angeklagte habe dort den leblosen Körper des Jungen gefunden.
Der Polizist berichtete, dass die beiden Frauen am Vormittag die Polizei in die Nähe der Stelle führten und genau erklärten, wo der Leichnam lag. Beide seien aufgeregt gewesen, wirkten auf ihn jedoch nicht tief betroffen oder geschockt. Vor Ort ging der Beamte durch hohes Gras zu dem toten Jungen. Im Gerichtssaal wurden Fotos und Nahaufnahmen des nahezu völlig verbrannten Körpers gezeigt.
Richter warnt vor schwer erträglichen Bildern
Richter Holger Schütt warnte die rund 90 Zuschauer im Gerichtssaal, dass erneut Fotos gezeigt würden, die schwer zu ertragen sein könnten. Der Bildbericht enthielt Aufnahmen vom Fundort, der in dem Bericht „Wildschweinkuhle“ genannt wurde. Die Angeklagte schweigt bisher zu den Vorwürfen. Fabians Mutter, die als Nebenklägerin an dem Prozess teilnimmt, war wegen der Fotos nicht zum Verhandlungstermin erschienen.
Das Gericht gab zum Auftakt zusätzliche Verhandlungstermine bis Anfang September bekannt. Angeklagt ist eine 30-jährige Frau, die mit Fabians Vater liiert ist und den Jungen gut kannte. Sie sitzt seit November 2025 in Untersuchungshaft und schweigt bislang. Der Grundschüler wurde am 10. Oktober 2025 getötet und am 14. Oktober aufgefunden. An diesem achten Prozesstag wird auch ein Kommissar als Zeuge erwartet, der die 3D-Tatortrekonstruktion erläutern soll.



