Im Prozess um den getöteten Fabian rückt ein abgelegener Tümpel im Wald bei Klein Upahl, die sogenannte Schweinsuhle, immer mehr in den Fokus. Die Angeklagte Gina H. soll drei Bekannte noch vor dem offiziellen Leichenfund an diesen Ort geführt haben. Deutschlands bekanntester Profiler Petermann spricht von einem „Versuch, die Wahrnehmung anderer zu steuern“.
Der Tümpel als zentraler Ort des Geschehens
Die Schweinsuhle, ein kleiner Tümpel abseits der Wege, wurde zum Schauplatz eines Verbrechens, das die Region erschüttert. Fabian, ein Junge aus der Nachbarschaft, wurde dort tot aufgefunden. Gina H., die des Mordes angeklagt ist, soll bereits vor der offiziellen Entdeckung der Leiche mehrfach zu diesem Ort zurückgekehrt sein. Drei Zeugen, allesamt Bekannte der Angeklagten, schilderten vor Gericht, wie Gina H. sie zur Schweinsuhle führte. „Sie wirkte ruhig und zielstrebig“, sagte einer der Zeugen. „Es war, als ob sie genau wusste, wo sie hinmusste.“
Profiler Petermann analysiert das Verhalten
Der renommierte Profiler Petermann, der in Deutschland für seine Arbeit an komplexen Fällen bekannt ist, bewertet dieses Verhalten als bedeutend. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Täter zum Tatort zurückkehren“, erklärte Petermann. „Doch hier geht es um mehr: Gina H. hat aktiv andere Menschen mitgenommen. Das könnte ein Versuch sein, die Wahrnehmung zu steuern – etwa, um den Eindruck zu erwecken, sie sei selbst auf der Suche gewesen.“ Petermann betonte, dass solche Handlungen vor Gericht wichtig seien, da sie Hinweise auf die Psyche der Täter geben könnten. „Jeder Schritt zur Leiche ist ein Puzzleteil, das die Ermittler zusammensetzen müssen.“
Die Anklage und die Beweislage
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian getötet und seine Leiche an der Schweinsuhle abgelegt zu haben. Die Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen. Ihr Verteidiger betont, dass die Beweise nicht ausreichten. Die Aussagen der drei Bekannten seien jedoch belastend: Sie berichten übereinstimmend, dass Gina H. sie Ende Mai zu dem Tümpel geführt habe – zwei Tage bevor die Polizei die Leiche offiziell fand. „Sie sagte, sie wolle nach Fabian suchen“, erinnerte sich eine Zeugin. „Aber sie ging direkt zur Schweinsuhle, ohne zu zögern.“
Die Polizei hatte die Suche nach Fabian zunächst auf ein größeres Gebiet ausgeweitet. Erst nach einem Hinweis wurde die Schweinsuhle genauer untersucht. Dort fanden die Beamten die Leiche des Jungen. Die Obduktion ergab, dass Fabian durch äußere Gewalteinwirkung starb. Die genauen Umstände sind noch unklar.
Die psychologische Perspektive
Profiler Petermann sieht in dem Verhalten von Gina H. ein Muster, das er aus anderen Fällen kennt. „Manche Täter kehren zum Tatort zurück, um die Kontrolle zu behalten oder um zu sehen, ob die Leiche entdeckt wurde“, erläuterte er. „Indem sie andere mitnimmt, könnte sie versuchen, ihr eigenes Wissen zu tarnen und sich als besorgte Freundin zu inszenieren.“ Petermann warnte jedoch davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. „Die Interpretation solcher Handlungen erfordert eine genaue Analyse des gesamten Falls.“
Der Prozess gegen Gina H. wird fortgesetzt. Die Aussagen der Bekannten und die Analyse des Profilers könnten eine entscheidende Rolle spielen. Die Schweinsuhle bleibt das zentrale Symbol eines Verbrechens, das viele Fragen offen lässt.



