Deutschland hat nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Elfenbeinküste die Gruppe E als Sieger abgeschlossen und trifft damit am 29. Juni (22.30 Uhr MESZ) in Foxborough bei Boston auf einen Gegner, der im Spielplan als „3ABCDF“ vermerkt ist. Das bedeutet: Der Gegner wird einer der besten Gruppendritten aus den Gruppen A, B, C, D oder F sein. Insgesamt kommen dafür 15 Teams infrage, nachdem die Gruppensieger und bereits ausgeschiedenen Mannschaften aussortiert wurden.
Wer sind die möglichen Gegner?
Die 15 Kandidaten verteilen sich wie folgt auf die fünf Gruppen: Aus Gruppe A sind Südafrika, Südkorea und Tschechien möglich. Gruppe B bringt Kanada, die Schweiz, Bosnien-Herzegowina und Katar ins Spiel. Aus Gruppe C kommen Brasilien, Marokko und Schottland. Gruppe D bietet Australien und Paraguay, Gruppe F die Niederlande, Japan und Schweden. Nicht infrage kommen die bereits feststehenden Gruppensieger Mexiko und USA sowie die ausgeschiedenen Teams Tunesien, Haiti und die Türkei.
Welcher Gegner ist am wahrscheinlichsten?
Laut Berechnungen der dpa ist Schottland aus Gruppe C der wahrscheinlichste Gegner, gefolgt von Paraguay und Australien aus Gruppe D. Grundlage ist eine mathematische Analyse aller 495 möglichen Kombinationen der besten acht Gruppendritten. In 231 dieser Kombinationen (46,7 Prozent) kommt der Dritte aus Gruppe C weiter, in 212 Kombinationen (42,8 Prozent) der aus Gruppe D. Deutlich unwahrscheinlicher ist Gruppe F mit 35 Kombinationen (7,1 Prozent), Gruppe A mit 16 (3,2 Prozent) und Gruppe B mit nur einer Kombination (0,2 Prozent).
„Hinter Schottland, Paraguay und Australien kommen am ehesten Marokko und Brasilien aus Gruppe C infrage, falls eines der beiden Teams noch hinter die Schotten zurückfallen sollte“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Die Gruppen A oder F, aus denen Südkorea, Schweden oder Japan warten könnten, sind aufgrund der Verteilung grundsätzlich eher unwahrscheinlich.
Wann steht der Gegner fest?
Die Entscheidung fällt erst nach dem Ende der Vorrunde. Das DFB-Team um Kapitän Joshua Kimmich wird sich nach dem abschließenden Gruppenspiel am Donnerstag (22.00 Uhr, ARD und MagentaTV) gegen Ecuador zwei weitere Tage gedulden müssen. Erst wenn die beiden Parallel-Duelle Algerien gegen Österreich und Jordanien gegen Argentinien in der Nacht zum Sonntag (4.00 Uhr MESZ) abgepfiffen sind, ist die Vorrunde mit 72 Spielen komplett. Danach wird der Turnierbaum und die Route bis zum Finale am 19. Juli in East Rutherford nahe New York feststehen.
Warum dieses komplizierte Prozedere?
Die Weltmeisterschaft wurde von 32 auf 48 Nationen vergrößert, weshalb ein neuer Modus erforderlich wurde. Das alte Format, bei dem die Teilnehmerzahl mit jeder Runde halbiert wurde, hätte nicht mehr funktioniert. Das zunächst vorgesehene Modell mit 16 Dreiergruppen verwarf die FIFA, weil es Absprachen innerhalb der Gruppen begünstigt hätte. Stattdessen gibt es nun zwölf Vierergruppen, aus denen die acht besten Gruppendritten ins Sechzehntelfinale einziehen. Dieses Format ist nicht neu – bei den Europameisterschaften 2016, 2021 und 2024 wurde es bereits angewendet, allerdings mit vier besten Dritten aus sechs Gruppen.
Können Teams der DFB-Elf aktiv entgehen?
Ja, Topteams können den viermaligen Weltmeister meiden, indem sie den dritten Gruppenplatz vermeiden. Brasilien reicht im abschließenden Gruppenspiel gegen Schottland bereits ein Remis, um sicher auf Platz eins oder zwei zu bleiben. Auch die Niederlande, die auf die bereits ausgeschiedenen Tunesier treffen, können mit einem Unentschieden den dritten Platz vermeiden. Im Duell Kanada gegen Schweiz sichern beide Teams bei einem Remis ihre Plätze eins und zwei. In Gruppe D geht es zwischen Australien und Paraguay um Platz zwei – Australien reicht ein Remis, Paraguay braucht einen Sieg. Die Ausrichter Mexiko und USA stehen bereits als Gruppensieger fest und sind damit keine möglichen Gegner.
Wie geht es für Deutschland danach weiter?
Im Achtelfinale am 4. Juli (23.00 Uhr) in Philadelphia würde bei einem erfolgreichen Sechzehntelfinale ein Duell mit dem Gruppensieger der Gruppe I warten. Hier sind Vizeweltmeister Frankreich oder Norwegen mit Stürmerstar Erling Haaland die wahrscheinlichsten Optionen. Das Viertelfinale findet am 9. Juli (22.00 Uhr) erneut in Foxborough statt. Ein erstes WM-Halbfinale seit dem Titelgewinn 2014 würde das Team um Kapitän Joshua Kimmich am 14. Juli (21.00 Uhr) im texanischen Arlington bei Dallas bestreiten. Fünf Tage später wird in East Rutherford der neue Weltmeister gekürt.



