Bis 2029 soll im Potsdam Museum eine neue Dauerausstellung entstehen. Alle Sonderausstellungen am Haus sieht Direktor Thomas Steller als Etappen auf dem Weg dorthin an. Jetzt ist ein neues Gremium als Wegbegleiter dazugekommen: Das Museum hat einen Fachbeirat einberufen, um „die Neukonzeption auf einer breiten fachlichen und gesellschaftlichen Grundlage zu erarbeiten“, wie das Museum mitteilt.
Experten aus verschiedenen Bereichen
Die Erneuerung soll von Expertise aus Wissenschaft, Museumspraxis, Vermittlung, Geschichtsdidaktik, Tourismus und Zivilgesellschaft begleitet werden. Das spiegelt sich in der Besetzung des 14-köpfigen Gremiums wider. Lokale Museumsexpertise von Katja Melzer, Leiterin des Brandenburg Museums, und Michael Fürst, Direktor des Filmmuseums Potsdam, ist ebenso darin wie die Leiterin des Museums Utopie und Alltag und die Direktorin des Stadtmuseums Dresden.
Vorsitz und Mitglieder
Vier Mitglieder sind im Bildungs- oder Hochschulkontext tätig. Das gilt auch für die neue Vorsitzende: Irmgard Zündorf ist Referentin für Wissenstransfer an der FU Berlin und leitet den Bereich Public History am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. Stellvertreter ist Militärhistoriker Heiner Bröckermann. Mitglieder sind zudem der Politikwissenschaftler Heinz Kleger und Stadtführer Robert Leichsenring, der am Museum bereits mehrfach kuratierte. Durch ihn ist auch der umtriebige Förderverein des Potsdam Museums an Bord.
Neue Ausstellungskonzeption
Die neue Ausstellung werde die Stadt „von ihren Menschen sowie den wichtigen Entwicklungen und Ereignissen her erzählen“, sagt Direktor Steller. Sie werde Kulturgeschichte, Kunst und Alltagskultur verbinden und solle gemeinsam mit Menschen aus Potsdam entstehen. Erstmals erhielten auch das 20. und 21. Jahrhundert den Raum, der ihnen zustehe. Die inhaltliche Verantwortung für die Neugestaltung liege beim Museum. Der Fachbeirat sei für „konstruktiv-kritische“ Reflexionen der Museumskonzepte zuständig.
Einbindung der Besucher
Parallel sollen Besuchende verstärkt einbezogen werden: Für September kündigt das Museum ein neues Format in der jetzigen Ausstellung an, in dem Besuchende Wünsche, aber auch Objekte und Themen beitragen können. Der Schwerpunkt liege zunächst auf dem Zeitraum von 1989/90 bis heute. Auch systematische Befragungen von Besuchenden und Nicht-Besuchenden sind geplant.



