Fabian-Prozess: Polizist schließt andere Täter aus – 14. Verhandlungstag
Polizist: Keine Hinweise auf andere Täter im Fall Fabian

Am 14. Verhandlungstag im Mordprozess gegen Gina H. (30) wegen des Todes des achtjährigen Fabian sagte der Polizist aus, der als erster am Tatort eintraf. Vor dem Landgericht Rostock schloss der Beamte andere Täter kategorisch aus. „Nein, überhaupt nicht“, antwortete Polizist S. auf die Frage von Richter Holger Schütt, ob es Anhaltspunkte für eine andere Täterschaft oder einen anderen Tatablauf gegeben habe.

Handydaten belasten Gina H.

Der Ermittler zeichnete minutiös den Tagesablauf von Gina H. und Fabian am 10. Oktober nach. Besonders auffällig: Um 10.51 Uhr war Fabians Handy letztmalig aktiv. Nur zwei Minuten später, um 10.53 Uhr, wurde Gina H.s Auto in der Nähe von Fabian erfasst. Auch um 10.43 Uhr war ihr Fahrzeug in der Straße des Jungen registriert worden. Um 11.10 Uhr loggte sich ihr Handy in einer Funkzelle nahe Lohmen ein – unweit des späteren Tatorts. Zwölf Minuten später schaltete sie ihr Handy aktiv aus. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Gina H. Grillanzünder besorgte und später zum Tatort zurückkehrte, um den Leichnam anzuzünden.

Mögliches Zusammentreffen am Vortag

Das Gericht beschäftigte sich auch mit dem 9. Oktober 2025. Ein Ermittler schilderte mögliche Überschneidungen in den Bewegungsprofilen. Demnach hielt sich Gina H. nach einem Treffen mit Christian D. in der Nähe von Fabians Wohnanschrift auf. „Es gab zwei Zeitfenster, in denen Gina H. Fabian getroffen haben könnte. Das zweite Zeitfenster ist besonders wahrscheinlich“, so Polizist S. Fabian sei um 14.20 Uhr von seinem Freund losgegangen und hätte eventuell um 14.25 Uhr bei Gina H. vorbeifahren können.

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Zehnstündige Vernehmung eines Zeugen

Eine Ermittlerin berichtete von der rund zehnstündigen Vernehmung des Zeugen Christian D., der ein enges Verhältnis zur Angeklagten hatte. Dabei seien zahlreiche Widersprüche aufgefallen, unter anderem habe D. Kontakte zu Gina H. vor seiner Ehefrau verheimlicht. Die Beamtin betonte jedoch, dass sich die damaligen Aussagen im Wesentlichen mit der späteren Aussage vor Gericht deckten. Demnach habe Gina H. vorgeschlagen, in der Gegend von Klein Upahl nach Fabian zu suchen, und D. schließlich zu der Stelle geführt, an der die Leiche gefunden wurde.

Foto eines Waldwegs identifiziert

Ein auf Gina H.s Handy gefundenes Foto eines Waldwegs, das am 10. Oktober entstanden sein soll, wurde einem Förster gezeigt. Dieser nannte zwei mögliche Orte, von denen sich der erste als Treffer erwies – ein Waldstück in der Nähe des Leichenfundorts. Im Gerichtssaal wurden das Handyfoto und eine Aufnahme des identifizierten Waldwegs nebeneinander gezeigt; deutliche Übereinstimmungen waren erkennbar, unter anderem bei Ästen und Zweigen.

Anklage sieht Widersprüche – Verteidigung kontert

Staatsanwalt Schley betonte, dass mehrere Zeugen Widersprüche in den Aussagen von Gina H. geschildert hätten. Zudem sei ein mögliches Zeitfenster aufgezeigt worden, in dem die Angeklagte und Fabian bereits am 9. Oktober aufeinandergetroffen sein könnten. Verteidiger Andreas Ohm widersprach: „Welchen Beweiswert das haben soll, weiß ich nicht.“

Am nächsten Prozesstag, Freitag, soll die Tat rekonstruiert werden. Ein Sachverständiger wird dazu in den Zeugenstand gerufen.

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