Wegen des gewaltsamen Todes seiner 34-jährigen Ex-Frau muss sich von heute an ein 48-jähriger Mann aus Heppenheim vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem deutschen Staatsbürger vor, die Frau am 31. August 2025 im Treppenhaus des gemeinsamen Wohnhauses mit einem Messer getötet zu haben.
Nach Angaben des Gerichts waren die beiden bereits geschieden, lebten aber weiterhin unter einem Dach in Heppenheim. Die Trennung soll der Angeklagte nicht akzeptiert haben, was als mögliches Tatmotiv gilt. Die Tat ereignete sich am helllichten Tag, als die Frau das Treppenhaus betrat. Der Mann soll ihr mit einem Messer aufgelauert und mehrfach zugestochen haben. Die 34-Jährige erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.
Mehrere Zeugen wurden auf die Bluttat aufmerksam. Sie eilten herbei und konnten den mutmaßlichen Täter überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Die Beamten nahmen den Mann noch am Tatort fest. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Sechs Verhandlungstage angesetzt
Der Prozess beginnt um 9.00 Uhr vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Darmstadt. Das Gericht hat zunächst sechs Verhandlungstage bis zum 7. Juli 2026 terminiert. Im Laufe des Verfahrens sollen zahlreiche Zeugen gehört werden, darunter auch diejenigen, die den Angeklagten nach der Tat festhielten.
Die Verteidigung hat bislang keine Angaben zur Einlassung des Angeklagten gemacht. Es wird erwartet, dass er sich im Laufe des Prozesses zu den Vorwürfen äußert. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes.
Der Fall hatte in Heppenheim und Umgebung für großes Aufsehen gesorgt. Die Tat wirft erneut Fragen zum Umgang mit Trennungsgewalt auf. Frauenhilfsorganisationen fordern verstärkte Maßnahmen zum Schutz von Frauen vor Gewalt durch Ex-Partner.



