Marius Borg Høiby (29), der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, hat sich damit abgefunden, bis Mitte Juli in Untersuchungshaft zu bleiben. Gegen die Entscheidung des Gerichts, ihn nicht aus der U-Haft zu entlassen, werde er keine Berufung einlegen, erklärte sein Anwalt Petar Sekulic gegenüber der Zeitung „Aftenposten“. Høiby war vergangene Woche in Oslo zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt worden – unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht.
Hintergrund der Verurteilung und U-Haft
Das Gericht hatte Høiby für insgesamt 34 Straftaten verurteilt. Noch am Tag der Urteilsverkündung beantragte er seine Freilassung aus der Untersuchungshaft, um bei seiner schwer kranken Mutter sein zu können. Kronprinzessin Mette-Marit leidet an der unheilbaren Lungenfibrose und hatte sich kürzlich einer Lungentransplantation unterzogen. Trotz dieses gesundheitlichen Notstands lehnte das Gericht den Antrag ab. Høiby sitzt seit Anfang Februar in Untersuchungshaft, nachdem er erneut gegen ein Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin verstoßen hatte.
Keine Berufung gegen U-Haft-Entscheidung
„Mein Mandant akzeptiert die Entscheidung des Gerichts“, sagte Anwalt Petar Sekulic. Høiby hatte seit Februar mehrfach die Freilassung beantragt, jedoch stets ohne Erfolg. Die Gerichte begründeten ihre Ablehnung mit der Befürchtung, Høiby könnte seine Ex-Freundin erneut aufsuchen oder weitere Gewalttaten gegen sie verüben. In der Entscheidung hieß es zudem, falls sich der Prozess durch ein Berufungsverfahren verlängere, müssten Alternativen wie eine elektronische Fußfessel in Betracht gezogen werden.
Berufung gegen das Urteil geplant
Die Verurteilung zu vier Jahren Haft will Høiby jedoch nicht akzeptieren. Seine Verteidiger haben bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Ein Berufungsprozess könnte laut norwegischen Medien frühestens im kommenden Jahr stattfinden. Bis dahin bleibt Høiby in Untersuchungshaft – eine Entwicklung, die angesichts der schweren Erkrankung seiner Mutter für zusätzliche emotionale Belastung sorgt.



